Gesundheit

NRW-Minister Laumann wirbt in Duisburg für Pflegeberufe

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU, links) kam  in der Krankenpflegeschule Duisburg  ins Gespräch mit den Auszubildenen Janina Schreiber, Marco Leliveldt, Sarah Hummelt und Deborah Schöpe (v.links). Sie erklären den Sinn des

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU, links) kam in der Krankenpflegeschule Duisburg ins Gespräch mit den Auszubildenen Janina Schreiber, Marco Leliveldt, Sarah Hummelt und Deborah Schöpe (v.links). Sie erklären den Sinn des

Foto: Fabian Strauch

Duisburg.   Karl-Josef Laumann (CDU) besucht die Krankenpflegeschule Duisburg. „Arbeitslos werden Sie in Ihrem Leben nicht“, prophezeit er den Auszubildenden

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Bei einem Besuch der Krankenpflegeschule Duisburg hat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann die Ausbildungsträger in den Pflegeberufen aufgefordert, ihre Kapazitäten auszubauen. „Jeder, der diesen Beruf erlernen möchte, muss einen Ausbildungsvertrag bekommen“, sagte der CDU-Politiker im Gespräch mit angehenden Pflegefachkräften im Ev. Klinikum Niederrhein. Die „Woche der Ausbildung“, eine Aktion der Agentur für Arbeit, war Anlass für Laumanns Besuch.

Plädoyer für eine Pflegekammer

Die Krankenpflege müssen aufholen gegenüber der Altenpflege, die in den vergangenen zehn Jahren bereits 70 Prozent mehr Ausbildungsplätze geschaffen habe, mahnt der Minister Anstrengungen von Kassen und Krankenhaus-Gesellschaften an. „Die Debatte um Personalmangel dauert schon lange an, aber die Krankenpflegeschulen sind nicht gewachsen.“

Die Schule am Fahrner Krankenhaus treffe der Vorwurf nicht, betonte ihr Leiter Helmut Topel: „Wir haben unsere Kapazität zuletzt um 100 auf 270 Plätze erweitert.“ Alljährlich stellt die Schule 90 junge Frauen und Männer ein, auch die Anleiter werden hier geschult. Bewerbermangel gibt es nicht. „Wir bekommen pro Jahrgang rund 600 Bewerbungen“, berichtet Pflegedirektorin Heike Lütfring, „genauso wichtig wie die Noten ist uns die soziale Kompetenz.“ Viele Pflegeschüler kommen gut vorbereitet, haben neben Abitur oder Fachabitur bereits erste Berufserfahrungen gesammelt oder ein freiwilliges soziales Jahr absolviert. „Schwierig ist es allerdings, Lehrer zu bekommen“, so Topel. Dem Minister ist das bekannt: „Wir sind im Gespräch mit den Hochschulen, damit auch dort mehr ausgebildet wird.“

Rund 5000 Pflegekräfte, rechnet der Minister den Schülern vor, benötige allein NRW pro Jahr, „weil die Zahl der Pflegebedürftigen alljährlich um zwei bis drei Prozent steigt. Die Frage, wo wir diese Menschen herbekommen, muss also im Mittelpunkt stehen.“ Wenig hilfreich sei dabei das Versprechen von 8000 Stellen im Berliner Koalitionsvertrag: „Politik kann das nicht über Sonderprogramme lösen.“ Vielmehr müsse die Krankenpflege auch durch die Entlastung von bürokratischen Aufgaben attraktiver werden. Laumann: „Das System ist teilweise verrückt, aber eine Lösung habe ich dafür noch nicht.“

Ausdrücklich warb Karl-Josef Laumann für die Gründung einer Pflegekammer als Lobby für die 1,2 Millionen Beschäftigten. „Bei Verhandlungen über das Gesundheitswesen sitzt die Pflege nicht mit am Tisch“, so der Minister, „deshalb sind Stellen in der Pflege, nicht bei Ärzten gestrichen worden.“

Minister: Schulgeld für Ausbildungen abschaffen

Die Abschaffung des Schulgeldes, das für die Ausbildung in einigen Heil- und Gesundheitsberufen von den Schülern zu tragen ist, ist ein Ziel von Gesundheitsminister Karl-Josef Laufmann. „Das muss der Vergangenheit angehören“, betonte er am Freitag.

Es könne nicht sein, „dass etwa Apotheker, die anschließend viel verdienen, das Studium bezahlt bekommen, die PTA, die weniger verdienen, ihre Ausbildung aber selbst bezahlen müssen“, so der NRW-Gesundheitsminister.

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