Theater

Situationskomik sorgt für Lacher in der Stadthalle

Silke Jurk (Mitte) mit Gerda Verbeck (rechts) und Gaby Müller auf der Stadthallen-Bühne.

Foto: Tanja Pickartz

Silke Jurk (Mitte) mit Gerda Verbeck (rechts) und Gaby Müller auf der Stadthallen-Bühne. Foto: Tanja Pickartz

Aldenrade.   Theater Silke Jurg brachte das erste selbstgeschriebene Stück auf die Bühne der Stadthalle Walsum. Einer der Hauptdarsteller erkrankt.

Etwas besorgt hat die Theaterfrau Silke Jurk schon geklungen, als sie am Donnerstagabend die Zuschauer in der über halbvollen Walsumer Stadthalle begrüßte. „Hoffentlich vergraule ich sie jetzt nicht alle mit meinem selbstgeschriebenen Stück“, sagte sie und berichtete von Bazillen, Pech und Pannen, die ihr und ihrem ohnehin schon überschaubaren Ensemble das Leben vor der Uraufführung der Krimikomödie „Mord oder Fjord?“ noch zusätzlich schwer gemacht hatten.

Publikum applaudierte

In „Mord oder Fjord?“ bricht der pensionierte Kriminalkommissar Schmidtke mit seiner Frau, einer Strafverteidigerin im Ruhestand, gerade mitten in der Nacht zu einer Angelreise nach Süd-Norwegen auf, als es an der Tür klingelt. Herein schneit zur Unzeit Mareike, die völlig aufgelöste Tochter der Schmidtkes, und verkündet: „Ich habe meinen Mann ermordet!“ Gründe für diese recht endgültige Lösung ihrer Eheprobleme hätte die Autorin von Liebesromanen durchaus. Hat sie ihr Früchtchen von Lebenspartner doch gerade in seiner Mittagspause in flagranti auf seinem Schreibtisch erwischt! Und, was die Sache zusätzlich verschlimmert, auch noch auf Silvia, dem Hungerhaken!

Und dann hat er noch die bodenlose Frechheit, ihr Versöhnungssex anzubieten. Mareike sinnt auf Rache. Die besorgten Eltern erfahren erleichtert: Tot ist ihr Schwieger-Schlawiner zwar noch nicht, aber Mareike ist finster entschlossen, in dieser Angelegenheit als allerletzte zu lachen.

Zwischendurch wurde es unübersichtlich

Von da an wird es unübersichtlich. Für Mareike, die nicht ahnt, dass ihre Mutter keineswegs auf dem Angeltrip ist, sondern im Gästehaus lauert, um heraus zu kriegen was die Tochter wohl vorhat. Für ihre Mutter, deren Spionageausflüge ins Haupthaus regelmäßig mit einem Sprung hinter den nächsten Paravent enden.

Und auch für die Zuschauer, die sich mehrfach einer leeren Bühne gegenüber sehen. Die Darsteller flehen indessen aus den Kulissen um ausgebliebene Handyklingelzeichen oder Stichworte, die die Handlung enorm voranbringen würden. Oder sie orientieren sich ganz neu im Stück: „Du bist dran“, „Ne, du“.

Zuschauer amüsierten sich

Das alles ist verständlich, denn kurz vor der Premiere fiel Gerd Urselmann als Darsteller des Vaters krankheitsbedingt aus und die Souffleuse Gaby Müller übernahm seinen gekürzten Part. So hielten Silke Jurk und Gerda Veerbeck in der Rolle der Mutter nahezu alleine ein Stück mit Elementen der klassischen Verwechslungskomödie über Wasser.

Dass man vor dieser tapferen Leistung einfach Respekt haben muss, ist auch allen Zuschauern klar. Die sind sowieso ganz auf der Seite der lokalen Theater-Truppe. Sie amüsieren sich, klatschen eifrig und verteilen ihre Lacher gerecht auf die freiwillige und die unfreiwillige Komik der Inszenierung.

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