Reiten für den guten Zweck

Röttgersbach.   Ebenso wie das Schwimmen mit Delfinen kann auch der Ritt auf dem Pferd für körperlich schwer- und schwerstbehinderte Menschen Linderung von Beschwerden und ein Mehr an Lebensqualität bringen.

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Ebenso wie das Schwimmen mit Delfinen kann auch der Ritt auf dem Pferd für körperlich schwer- und schwerstbehinderte Menschen Linderung von Beschwerden und ein Mehr an Lebensqualität bringen.

Allerdings nur, wenn bei der Betreuung Experten am Werk sind, die wissen, was sie tun. Patricia Rahardja, Leiterin des Natur- und Tierpädagogischen Zentrums am Mattlerbusch im Verein Alsbachtal e.V., weiss, was sie tut. Die für therapeutische Zwecke ausgebildeten Pferde findet man am Mattlerbusch ebenso wie das fachlich geschulte Personal.

Was eine Reittherapie im besten Falle für den Patienten bringen kann, wird Patricia Rahardja oft gefragt. „Der Umgang mit Tieren kann vielen Menschen helfen“, sagt sie dann, „wir vermitteln Verantwortung und eine gewisse Unabhängigkeit.“ Für Kinder oder Erwachsene, die ansonsten fast 24 Stunden auf die Pflege und Fürsorge anderer Menschen angewiesen sind, ist das schon enorm viel.

Therapeutische Angebote mit dem Pferd können außerdem bei verschiedensten Krankheits- und Störungsbildern eingesetzt werden: etwa Störungen der Wahrnehmung und Motorik, Autismus, oder ADHS.

Allerdings gibt es ein großes Problem: Krankenkassen bezahlen in den seltensten Fällen Therapien mit tierischer Beteiligung. Darunter leidet nicht nur die Einrichtung am Mattlerbusch, darunter leiden bundesweit hunderte Anbieter solcher Maßnahmen, die sich unter anderem im „Institut für Pferdgestützte Therapien“ im idyllischen Konstanz zusammengetan haben. Dort wird federführend einmal im Jahr ein Tag oder ein Wochenende zum „Bundesweiten Spendenritt“ aufgerufen. Wie am vergangenen Samstag im Mattlerbusch auch.

Ziel der Aktion: 1000 Kilometer reiten für die Gute Sache. Weil die Aktion bundesweit noch nicht komplett ausgewertet ist, können zur Illustration die Daten aus 2016 dienen: Im letzten Jahre waren 150 Pferd-Mensch Teams an 28 Orten in Deutschland an den Start gegangen. Dazu noch ein Vielfaches an Fußgängern, die die Gruppen begleitet haben. Weit über 10 000 Euro für die therapeutische Reit-Arbeit wurden da im vergangenen Jahr gesammelt.

Das System war dieses Jahr identisch: Jede regionale Gruppe reitet für sich, doch sie eint ein Ziel: Der breiten Öffentlichkeit Einblick in die wertvolle Arbeit zu geben, die an Orten wie dem Natur- und Tierpädagogischen Zentrum geleistet wird. Außerdem hatten am vergangenen Samstag auch Betroffene die Chance, sich über die Möglichkeiten in der Einrichtung im Revierpark zu informieren.

Die Beträge gehen an Vereine, die Menschen unterstützen, die Therapien nicht bezahlen könnten.

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