Nahverkehr

Der Duisburger Norden soll eine neue S-Bahnlinie bekommen

Das S-Bahnnetz in Duisburg soll sich spektakulär vergrößern und den Norden wieder mit Oberhausen verbinden.

Das S-Bahnnetz in Duisburg soll sich spektakulär vergrößern und den Norden wieder mit Oberhausen verbinden.

Foto: Stephan Eickershoff / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Politiker von Stadt und Land wollen die Bahnstrecke zwischen Voerde und Oberhausen reaktivieren. In Duisburg sollen fünf Halteorte entstehen.

Es ist ein Plan, dessen Umsetzung den Duisburger Norden infrastrukturell massiv aufwerten könnte: Die Bahnstrecke zwischen Oberhausen und Voerde soll reaktiviert werden, mit Halt unter anderem in Walsum, Marxloh und Neumühl. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) soll deshalb auf Antrag des zuständigen Verwaltungsrates eine Machbarkeitsstudie anfertigen. Das Vorhaben tragen Politiker mehrerer Parteien sowohl auf Stadt- als auch auf Landesebene.

Fünf bis acht Jahre schweben Ratsmitglied Frank Heidenreich (CDU) vor, dann könnte zum ersten Mal seit 1983 ein Personenzug auf dieser Strecke fahren. Die neue S-Bahnlinie soll Haltepunkte in Neumühl, Marxloh, Fahrn, Walsum und Overbruch bekommen. So wäre es etwa möglich, in 15 Minuten von Walsum nach Oberhausen zu fahren.

VRR würde für die Betriebskosten aufkommen

Über Oberhausen wäre auch der Duisburger Hauptbahnhof besser zu erreichen, insbesondere aus Stadtteilen, die nicht an die Straßenbahnlinie 903 angeschlossen sind. Die S-Bahn könnte nach Vorstellung aller Beteiligten im 30-Minuten-Takt fahren.

Ob dafür bereits existierende Bahnhöfe wieder flott gemacht würden oder neue Halteorte entstehen müssten, sei noch völlig offen, erklärt Heidenreich, der auch stellvertretender Vorsitzender des VRR-Verwaltungsrates ist: „Es wird Teil der Machbarkeitsstudie sein, dies zu überprüfen. In jedem Fall sollen die Bahnhöfe gut erreichbar sein und zum Beispiel Park-and-Ride-Flächen bekommen.“

Zunächst einmal gelte es aber, den wirtschaftlichen Nutzen zu erörtern. Das betrifft insbesondere den VRR, der für den Betrieb der Strecke aufkommen würde. Hier rechnen aber alle Beteiligten mit einem positiven Ergebnis, schließlich handele es sich bei den beteiligten Städten um absolute Ballungszentren.

Während die Betriebskosten also vom Verkehrsverbund zu tragen wären, soll die Instandsetzung der Strecke, inklusive des möglichen Neubaus von Halteorten, vor allem über Fördergelder des Bundes finanziert werden.

Investitionsvolumen zwischen 20 und 25 Millionen Euro erwartet

Das Verkehrsministerium in Berlin sieht in den kommenden Jahren ein Paket über gut zwei Milliarden Euro vor, von dem der Schienenverkehr profitieren soll. „Dieses Geld muss ja nicht immer in Bayern landen“, sagt Heidenreich, der mit einer Investitionssumme zwischen 20 und 25 Millionen Euro rechnet.

Auf Landesebene setzt sich der Duisburger SPD-Abgeordnete Frank Börner für die neue Bahnstrecke ein. „Das Geld ist da“, pflichtet er Heidenreich bei, „aber man muss die Kommunen manchmal drauf aufmerksam machen“, so der stellvertretende Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Landtag. Börner glaubt, dass von der Bahnverbindung nicht nur Pendler profitieren würden: „Auch bei der Freizeitgestaltung würden die Menschen im Duisburger Norden ganz neue Möglichkeiten gewinnen.“

Den Antrag zur Studie haben Heidenreich für die CDU, Norbert Czerwinski aus Düsseldorf für die Grünen sowie Wolfgang Weber aus Essen für die SPD unterzeichnet. Auch Czerwinski und Weber sind Mitglieder im VRR-Verwaltungsrat. In rund einem Jahr soll die Studie fertig sein. Die Kosten hierfür von bis zu 250.000 Euro werden zwischen dem VRR und den beteiligten Kommunen aufgeteilt.

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