Stadtplanung

A 59-Neubau: Landes-SPD ermutigt Duisburger zum Protest

Die A 59 zerschneidet Teile von Hamborn und Meiderich/Beeck. Für Die NRW-SPD ist die notwendige Erneuerung die Gelegenheit, die Autobahn unter die Erde zu verlegen und so Stadtteile zusammenzuführen.

Die A 59 zerschneidet Teile von Hamborn und Meiderich/Beeck. Für Die NRW-SPD ist die notwendige Erneuerung die Gelegenheit, die Autobahn unter die Erde zu verlegen und so Stadtteile zusammenzuführen.

Foto: Hans BlosseY

Alt-Hamborn.  Die SPD-Abgeordneten Carsten Löcker und Frank Börner haben die Duisburger Bürger ermutigt, für eine Tunnellösung beim Neubau der A59 einzutreten.

Es war für viele Bürger eine Überraschung, wie überzeugt der SPD-Verkehrsspezialist Carsten Löcker verkündete: „Es ist genug Geld für einen Tunnel da!“ Schließlich hören sie seit Jahren, dass für die notwendige Erneuerung der A 59 alles andere als eine Brückenlösung nicht zu finanzieren sei. Bei einer Bürgerversammlung des SPD-Ortsvereins Alt-Hamborn/Obermarxloh schilderten am Montagabend die Landtagsabgeordneten Löcker und Frank Börner ihre Sicht auf das anstehende Großprojekt.

Es biete sich jetzt die große Chance, Bausünden der Vergangenheit wiedergutzumachen, sagte Löcker. „Die A 59 zerschneidet Alt-Hamborn und Meiderich. Das macht auch etwas mit den Menschen“, so der Sprecher der SPD im Verkehrsausschuss. Nur eine Unterführung könne diese Trennung der Stadtteile beenden, bei entsprechender Bebauung und Bepflanzung könnte darauf sogar so etwas wie eine neue „grüne Lunge“ entstehen.

SPD-Mann Carsten Löcker: „Ruhrgebiet hat keine Lobby im Ministerium“

Am Geld dürfe der Tunnel jedenfalls nicht scheitern, waren sich Löcker und Börner einig: „Es geht hier um Lebensqualität!“ Und der Bundeshaushalt gebe das bei der aktuellen wirtschaftlichen Lage auch her. „Wenn das Geld nicht in Duisburg ausgegeben wird, dann anderswo“, sagte Löcker und verwies auf ähnliche Projekte, etwa die Untertunnelung der A 7 in Hamburg. Das Ruhrgebiet habe keine Lobby im seit vielen Jahren CSU-geführten Bundesverkehrsministerium, beklagte er, ermunterte aber die Duisburger dazu, sich weiterhin vehement für den Tunnel einzusetzen: „Wer nichts fordert, bekommt auch nichts!“

Die Gäste reagierten in weiten Teilen zustimmend auf die Ausführungen der beiden Politiker, nur selten gab es kontroverse Einwürfe. Eine Bürgerin äußerte etwa die Sorge, eine unterirdische Autobahn könnte den Landschaftspark Nord von den Verkehrswegen abhängen. Börner beruhigte sie und sagte, er könne sich kaum vorstellen, dass man den Bereich um das Hamborner Autobahnkreuz irgendwo in einen Tunnel setzen werde.

Unter den Gästen war auch ein Bürger aus Mitte, der die Hamborner ebenfalls zur Hartnäckigkeit ermutigte. Er sei sehr glücklich über die Unterführung der A 59 im Bereich des Hauptbahnhofs: „Ich habe zwar immer noch viel Lärm, aber nur noch halb so viel wie vorher.“

SPD-Bundestagsabgeordnete wollen Einfluss in Berlin ausüben

Die Erneuerung der A 59 als sechsspurige Autobahn ist beschlossene Sache. Dafür hat der Landesbetrieb Straßen.NRW mehrere Optionen geprüft. Ob eine Brücken- oder Tunnellösung umgesetzt wird, entscheidet letztlich der Verkehrsausschuss im Bundestag. Dennoch werde man sich auch landespolitisch weiterhin einbringen und über die Bundestagsabgeordneten Bärbel Bas und Mahmut Özdemir auch in Berlin so viel Einfluss wie möglich ausüben.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben