Kitaplatzvergabe

Neun neue Kitas in Duisburg - bis zum Einzug wird überbelegt

In Duisburg sollen nach Einschätzung des Jugendamtes alle Kinder im kommenden Kindergartenjahr mit einem Platz versorgt werden.

In Duisburg sollen nach Einschätzung des Jugendamtes alle Kinder im kommenden Kindergartenjahr mit einem Platz versorgt werden.

Foto: Kerstin Kokoska / WAZ FotoPool

Duisburg.  Alle Kinder in Duisburg werden einen Kita- oder Tagespflegeplatz bekommen, ist der Jugendamtsleiter sicher. Neun weitere Kitas sind im Bau.

Wenn alles nach Plan verläuft, werden im Laufe des Kindergartenjahres 2020/21 in Duisburg neun neue Kitas eröffnen. Das erleichtert die Platzvergabe, dennoch müssen viele Gruppen überbelegt werden.

Die Corona-Pandemie grätschte zwar auch in die Vergabe der Kitaplätze. Dennoch kann Jugendamtsleiter Hinrich Köpcke melden: „Es sind nur ganz wenige Verträge noch nicht geschlossen, und die fehlenden kriegen wir auch noch hin.“ Konkret gehe es um 289 Kinder, bei denen die Verträge noch offen sind.

Duisburg: Qualifizierungen für weitere Tagespflegestellen laufen

Insgesamt 17.295 Plätze stehen in Duisburg für die Kinderbetreuung zur Verfügung. Hinzu kommen 1929 U3-Plätze in Tagespflegestellen. Die Qualifizierungsmaßnahmen für Tagesmütter- und Väter laufen für weitere 150 Plätze, die nach und nach öffnen werden, verspricht der Jugendamtsleiter. Bereits im letzten Kindergartenjahr kamen sechs neue Einrichtungen mit rund 500 Ü3- und 90 U3-Plätzen hinzu, berichtet Köpcke.

Bis auf den Bezirk Walsum entstehen überall neue Kitas von unterschiedlichen freien Trägern, die im Laufe des kommenden Kindergartenjahres eröffnet werden sollen. Die größte Einrichtung wird auf der Schillerstraße in Hamborn eröffnen, wo sechs Gruppen 120 Plätze bieten werden. Insgesamt kommen 45 Gruppen mit rund 650 Ü3- und knapp 200 U3-Plätzen hinzu.

Vor Gericht müsse wohl niemand ziehen, glaubt Köpcke. In den vergangenen Jahren war es zu Rechtsstreitigkeiten wegen der Vergabe der Kitaplätze gekommen. Aktuell liege dem Jugendamtsleiter eine Klage vor. Er betont, dass er „immer gesprächsbereit“ sei, bevor ein Gericht bemüht werden müsse. „Aber das ist in Duisburg zur Zeit kein Thema.“

Dass es vor allem 2018 und 2019 so eng in den Kitas wurde, habe damit zu tun, dass die Zahl der Drei- bis Fünfjährigen mit 670 neuen Kindern in der Zeit so stark wie nie gewachsen sei. Das sei aber nicht nur auf die Zuwanderung zurückzuführen, betont Köpcke. Von diesen Kindern hätten mehr als die Hälfte einen deutschen Pass.

Der Bedarf an Kitaplätzen ist im Schnitt zu 97 Prozent gedeckt

Die Bedarfsdeckung ist in den Stadtteilen und Bezirken sehr unterschiedlich. So sind Laar, Untermeiderich und Wedau mit einer Kibiz-Quote von 65 % bei den 3- bis Fünfjährigen am unteren Versorgungsrand.

Das Kinderbildungsgesetz KiBiz berechnet die Bedarfsdeckung nicht nach dem tatsächlichen Rechtsanspruch, sondern geht davon aus, dass nicht alle Kinder eine Kita besuchen und eine Quote von 95 % ausreichend ist. Bruckhausen ist mit 190 % statistischer Spitzenreiter. Stadtweit stehen für 15.044 Kinder zwischen drei und fünf Jahren 14.292 Plätze zur Verfügung, die Bedarfsdeckung liegt demnach bei 97 %.

900 Plätze entstehen durch Überschreiten der Gruppengröße

Allen Baumaßnahmen zum Trotz müssen rund 800 Ü3- und 100 U3-Plätze als Gruppenstärkenüberschreitung angeboten werden. „Wir agieren stadtweit damit, das Ziel ist aber, sie mittelfristig abzubauen. Wir sind da sehr fleißig“, sagt Köpcke.

Konkret denkt er an 2023, „aber der Bevölkerungszuwachs ist nicht immer planbar“, schränkt er ein. Nachdem die Zahl der Kinder zwischen 3 und 5 Jahren seit 2012 kontinuierlich angestiegen sei, sei man jetzt wieder bei dem Stand wie zur Jahrtausendwende angelangt.

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80 neue Erzieherinnen für städtische Kitas

Das Anmeldeportal Kitaplace „läuft stabil und zuverlässig, es gab keine Störungen oder Fehlfunktionen“, betont der Jugendamtsleiter. Man habe auf Anregung der Eltern einige Veränderungen vorgenommen. „Wer nicht klar kommt, der kann sich bei der Kita in seiner Nachbarschaft helfen lassen.“

Die Stadt stellt für ihre Kitas 80 weitere Erzieher ein. Auch hier sei der Auswahlprozess nahezu vollständig abgeschlossen. „Ich gehe davon aus, dass alle kommen werden“, sagt Köpcke. Die Stadt sei dank ihrer Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen eine gute Adresse für Arbeitsuchende.

Das sind die Kindertagesstätten, die aktuell geplant oder gebaut werden:

  • Bezirk Hamborn: Weseler Straße (vier Gruppen, 70 Plätze), Schillerstraße (sechs Gruppen, 120 Plätze)
  • Bezirk Meiderich: Unter den Ulmen (fünf Gruppen, 95 Plätze)
  • Bezirk Homberg: Kirchstraße (sechs Gruppen, 110 Plätze)
  • Bezirk Mitte: Grunewaldstraße (fünf Gruppen, 95 Plätze) und an gleicher Stelle vier Gruppen mit 70 Plätzen
  • Bezirk Rheinhausen: Franz-Schubert-Str. (sechs Gruppen, 115 Plätze), Bismarckstr. (sechs Gruppen, 115 Plätze)
  • Bezirk Süd: Schulz-Knaudt-Str. (drei Gruppen, 50 Plätze)
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