Ballett am Rhein

Neuer Ballettchef Demis Volpi will Geschichten erzählen

Der neue Ballettchef Denis Volpi (2. von links) wurde am Freitag in Düsseldorf vorgestellt von Thomas Krützberg, Christoph Meyer und Düsseldorfs Kulturdezernent Hans-Georg Lohe (von links).

Der neue Ballettchef Denis Volpi (2. von links) wurde am Freitag in Düsseldorf vorgestellt von Thomas Krützberg, Christoph Meyer und Düsseldorfs Kulturdezernent Hans-Georg Lohe (von links).

Foto: DPA/David Young

Duisburg.   Der Nachfolger von Martin Schläpfer als Direktor des Balletts am Rhein wurde in Düsseldorf vorgestellt. Thomas Krützberg: „Abschied und Chance“.

Freunde des Handlungsballetts schauen guten Zeiten entgegen. Denn der Nachfolger von Martin Schläpfer als Ballettdirektor und Chefchoreograph ist ein junger Deutsch-Argentinier, der „mit Tanz Geschichten erzählen“ will. Nicht nur die traditionellen, sondern auch moderne. Demis Volpi (33), der sich gestern in Düsseldorf vorgestellt hat, ist bereits international erfolgreich als Choreograph und mehrfach preisgekrönt.

Schläpfer erreichte in Duisburg 95 Prozent Auslastung

Ein neues Kapitel aufschlagen wollen Intendant Christoph Meyer und die Spitzen der beiden Städte. So zeigte sich Kulturdezernent Thomas Krützberg hoch erfreut über die Wahl des hochkarätigen, jungen neuen Ballettchefs. Betonte aber auch, dass Duisburg auch Schläpfers Leistung hoch anerkenne. Und dass seine Ballettabende in den letzten Monaten im Stadttheater eine Auslastung von 95 Prozent erreicht habe. „Der Wechsel zu Volpi bedeutet Abschied und Chance.“ Immerhin gehöre Volpi, der als Tänzer und Choreograph seine langjährige Heimat im Stuttgarter Ballett hatte (bis 2017), zu den „derzeit interessantesten und begehrtesten Choreographen seiner Generation“.

Mutige Entscheidung weist in die Zukunft

Sicherlich weist die Entscheidung für Volpi in die Zukunft. Zeigt aber auch Mut; denn im Doppelhaus Duisburg/Düsseldorf, das unter Martin Schläpfer im deutschsprachigen Raum eine Spitzenstellung errungen hat, tritt Volpi seine erste Stelle als Ballettchef an. Zwei Herausforderungen also für den sympathischen Mann, der konkrete Fragen charmant weglächelt.

Glänzend vernetzt ist Volpi jedenfalls, bis nach New York, und vielseitig. So hat er sich an ersten Adressen auch als Opernregisseur einen Namen gemacht. Und verbindet gerne Tanz und Musiktheater. Man darf gespannt sein. Intendant Meyer kann sich sogar vorstellen, dass Volpi im Zwei-Städte-Institut künftig auch im Genre Oper aktiv werden wird. Dass er auch Kinder und die nächste Zuschauer-Generation im Blick hat, bewies er vor fünf Jahren mit dem Ballett „Krabat“ nach dem Jugendbuch von Otfried Preußler. Es wurde zum Kassenschlager am Staatstheater Stuttgart.

Derzeit hat er für seine künftige Wirkungsstätte an Rhein und Ruhr noch keine konkreten Pläne. Zumal Volpi – noch als Freiberufler – in der Spielzeit 2019/20 an zahlreichen Häusern choreographieren und inszenieren wird. In einem Jahr wird er Genaueres zu seiner ersten Saison 2020/2021 sagen können. Auch zu dem Thema Ballettdirektor. Der Posten ist laut Vertrag bis 2024 mit Remus Sucheana (Schläpfers „rechte Hand“) besetzt.

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