Verkehr

Minister Wüst erneuert Kritik an Duisburger A 59-Tunnelidee

Am Rande seines Besuchs der A 40-Lkw-Waage an der Rheinbrücke äußerte sich NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst zum Ausbau der A 59. 

Am Rande seines Besuchs der A 40-Lkw-Waage an der Rheinbrücke äußerte sich NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst zum Ausbau der A 59. 

Foto: Martin Möller

Duisburg.   Duisburg will für den geplanten sechsspurigen Ausbau der A 59 eine Tunnellösung. NRW-Verkehrsminister bleibt bei seinen Vorbehalten.

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Tunnel oder Hochtrasse beim geplanten sechsspurigen Ausbau der A 59-Stadtautobahn Richtung Norden: NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) steht dem Wunsch Duisburgs nach einer vor allem städtebaulich favorisierten Lösung weiter skeptisch gegenüber. Während auf Arbeitsebene im Straßenbaubetrieb NRW die unterschiedlichen Varianten geprüft werden, erneuerte Wüst am Montag am Rande der Besichtigung der A 40-Lkw-Waage an der Rheinbrücke seine Vorbehalte. Mehr noch: Nach seinen Worten habe die Stadt „intern längst eingesehen, dass der Tunnel nicht geht“. Stadtsprecherin Anja Kopka widerspricht: „Wir halten an unseren Planungen fest, weil wir glauben, dass das für die Stadt und die Bürger die beste Lösung ist.“

Der Streit zwischen Verkehrsminister und Stadt bzw. den Duisburger SPD-Landtagsabgeordneten schwelt seit Monaten. Da geht es um Kosten und Zeitrahmen: Eine Tunnellösung wäre bis zu 500 Millionen Euro teurer und würde die Bauzeit um Jahre verlängern. „Ich kann den Wunsch Duisburgs nachvollziehen und bin offen für jede Lösung, aber die Stadt muss klar adressieren, wer es bezahlt. Straßenbau ist kein Städtebau“, sagte Wüst am Montag. „Herr Wüst sollte verdammt nochmal seine Arbeit machen und beide Modelle dem Verkehrsauschuss des Bundestages vorlegen“, hatte der SPD-Landtagsabgeordnete und früher NRW-Innenminister Ralf Jäger erst kürzlich gewettert.

Letzte Entscheidung beim Planfeststellungsbeschluss

Der Minister moniert unterdessen weiterhin, dass die Stadt zu spät ihren Tunnelwunsch vorgebracht habe. Auch den Wechsel an der Spitze des Duisburger Baudezernates mit der Versetzung von Carsten Tum setzte Wüst damit in Verbindung. Es habe in Duisburg ja einen „Personalaustausch“ gegeben, sagte er ohne Namen zu nennen. Es sei zudem eine „Eigenart der Stadt“, ihren Wunsch auf diese Weise öffentlich zu machen. Außerdem sei die Argumentation der Stadt schwach. „Die letzte Entscheidung fällt erst beim Planfeststellungsbeschluss“, stellte Wüst zugleich aber zum laufenden, offenen Verfahren klar.

„Wir untersuchen und prüfen derzeit alle möglichen Varianten“, erklärte die Direktorin des Straßenbaubetriebs NRW, Elfriede Sauerwein-Braksiek, auf Nachfrage. In dieses Verfahren flössen alle Faktoren ein, Schutzgüter wie Natur, Klima, Mensch, auch die verkehrlichen Aspekte und die Kosten-Nutzen-Rechnung. Dazu zähle auch eine mögliche, kürzere Trogvariante für einen Autobahnabschnitt statt einer Tunnellösung. Ein Hinweis der obersten Straßenbauerin des Landes: Bei einer Tunnellösung könnte es nicht die Vielzahl der bisherigen Anschlussstellen zwischen Meiderich und Marxloh geben.

Düsseldorf favorisiert eher oberirdische Variante

Erst vergangene Woche hatte Duisburgs Planungsamtsleiter Hendrik Trappmann beim Meiderich Bürgerverein für die Tunnellösung und ihre Chancen für die Stadtteile geworben. Laut Trappmann, werde in Düsseldorf aber eher die oberirdische Variante favorisiert, die aber „gegen den Willen der Bürger“ schwer durchzusetzen sei.

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