Stickstoffdioxid

Luftqualität: Grenzwerte an zwei Standorten überschritten

Der Einsatz von Passivsammlern erlaubt wegen des Messverfahrens eine einfache, preiswerte und dennoch belastbare Erfassung der NO2-Konzentrationen.

Der Einsatz von Passivsammlern erlaubt wegen des Messverfahrens eine einfache, preiswerte und dennoch belastbare Erfassung der NO2-Konzentrationen.

Duisburg.   Neue Passivsammler an Friedrich-Wilhelm-Straße in der City und an Bahnhofstraße in Meiderich zeigen klar Grenzwert-Überwertüberschreitungen auf.

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Das hat selbst die Umweltexperten der Stadt Duisburg überrascht: Erst im vergangenen Jahr wurden auf Antrag der Stadt vom Landesumweltamt zwei so genannte Passivsammler zur Messung der Stickstoffdioxid-Werte in der Luft am Standort Friedrich-Wilhelm-Straße in der City und in Meiderich an der Bahnhofstraße aufgehängt. Nur zwölf Monate später stellt das Lanuv nun fest: Der erlaubte Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmdeter Luft wurde an den beiden neu ausgebrachten Stationen in Duisburg klar überschritten (City: 41 Mikrogramm pro Kubimeter Luft, Meiderich: 44 µg).

Neue Messungen räumen mit Fehleinschätzung auf

Dies ist eine faustdicke Überraschung: Waren bislang alle Experten in der Stadt, gestützt durch jahrelange Messungen des Landesumweltamtes an der stark befahrenen Kardinal-Galen-Straße in der Innensadt und mangels eines aktualisierten Luftreinehalteplans stets zu der Einschätzung gekommen, mit einem Jahresmittelwert von aktuell 37 µg letztlich immer unterhalb der gesetzlich festgelegten Toleranzgrenze von 40 µg zu liegen.

Doch die neuen Messungen räumen mit dieser Fehleinschätzung deutlich auf. Somit ist die Stadt zum Handeln gefordert. „Bevor mit konkreten Maßnahmen begonnen wird“, so teilte gestern die Verwaltung auf Anfrage der NRZ mit, müsse die Situation in den Straßen, die Verkehrssituation im letzten Jahr und die Verkehrszusammensetzung genau untersucht werden. Auf dieser Basis würden „verursachende Faktoren“ und „mögliche Maßnahmen ermittelt“, sowie deren Minderungspotential bestimmt. Hierzu bedürfe es aber externer Gutachten.

“Fahrverbote erscheinen daher als unangemessen“

Die Höhe der Überschreitung sei zudem an der Friedrich-Wilhelm-Straße sehr knapp. Fahrverbote, so die Stadt, „erscheinen daher als unangemessen.“ Zur Erinnerung: Das Bundesverwaltungsgericht hatte erst im Februar 2018 in einem viel beachteten Grundsatzurteil Städten mit hoher Abgasbelastung Fahrverbote erlaubt.

Übrigens: Die nagelneue Messstelle an der Friedrich-Wilhelm-Straße zeigt eine Grenzwert-Überschreitung auf, obwohl derzeit genau dort rund um die Bahnhofsplatte der Autoverkehr duch umfangreiche Bauarbeiten eingeschränkt ist. Welcher NOx-Jahreswert wäre dort bei Normalverkehr zu erwarten? Dort wie in Meiderich, so ein Sprecher, werde es „Maßnahmen geben, wie Tempo 30-Zonen oder Steuerung des Verkehrsflusses, die einen weniger starken Eingriff in den Verkehr bedeuten und aufgrund des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes zunächst ergriffen werden.“

Hauptverursacher sind die Dieselfahrzeuge

Hohe Stickstoffdioxidbelastungen mit Grenzwertüberschreitungen bestehen an stark befahrenen Straßen mit dichter Bebauung.

Hauptverursacher sind die Dieselfahrzeuge. Daher müssen zusätzlichen Maßnahmen Diesel-Fahrzeuge ins Visier nehmen.

Die bisher ergriffenen Maßnahmen sind nach Auffassung der EU-Kommission nicht ausreichend. Sie hat gegen Deutschland ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet.

Der Verkehrsbereich trägt nach Angaben des Umweltbundesamts rund 60 % zur NOx-Belastung bei. Daran sind Diesel-Fahrzeuge zu 72,5% beteiligt. Sie sind Hauptquelle für NOx in den Städten. Für die Einhaltung von Grenzwerten laufen Klagen der Deutschen Umwelthilfe.

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