Afas

Linkes Duisburger Gedankengut zieht in die Mitte der Stadt

Das Sammelsurium des Archivs ist so umfangreich geworden, dass es umziehen musste.

Foto: Udo Gottschalk

Das Sammelsurium des Archivs ist so umfangreich geworden, dass es umziehen musste. Foto: Udo Gottschalk

Duisburg-Altstadt.   Das Archiv für alternatives Schrifttum ist in die Altstadt umgezogen. Es sammelt Texte aus der linken Szene – 1600 Meter Regalbretter voll.

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Der Umzug ist geschafft. Statt Pizza und Bier gibt’s Protest gegen die Bourgeoisie und politische Missstände. Das Antifaschistische Info-Blatt liegt in Greifweite vom Rundbrief der Aktionsgemeinschaft Friedenswoche und dem Nebelhorn, einem DKP-Papier an die Belegschaft der Kupferhütte. Das Archiv für alternatives Schrifttum (Afas) sammelt und erschließt seit 1985 sämtliche Materialien von sozialen Bewegungen ab 1945. Weil das Sammelsurium inzwischen so umfangreich ist, musste das Afas aus seinen Räumlichkeiten in Rheinhausen ausziehen. Die neue Archivstätte ist auf der Münzstraße 37 in der Altstadt.

„Über 2000 Umzugskartons haben wir in den letzten Monaten rüber gekarrt“, sagt Jürgen Bacia bei der offiziellen Eröffnung am Sam­stag. Bacia ist seit der Gründung Leiter des Archivs. In der dritten Etage des Gebäudes finden sich die scheinbar unendlichen Weiten und Welten des Widerstandes. „Wir füllen 1600 Meter Regalbretter“, erklärt der Archivleiter. Für die neue Sammelstätte spräche die zentrale Lage in der Innenstadt sowie die bereits installierten Regale. Die müssen das Gewicht von unter anderem 250 000 Heften, 50 000 Flugblättern und weit mehr als 10 000 Büchern aushalten. Die Inhalte der Publikationen bestehen vor allem aus Friedens-, Umwelt- und Frauenbewegungen. Aber auch Schriften zu Arbeitsrecht, Rassismus sowie studentische Blätter werden bewahrt.

Afas-Leiter: „Wir stehen in gutem Kontakt zur Szene“

„Soziale Bewegungen verändern sich ständig. Kleinere Initiativen können auch sehr kurzweilig sein“, erklärt Bacia. „Unsere Aufgabe ist es daher, die Geschichte der gesellschaftlichen Bewegungen zu erhalten und zur Erinnerungskultur beizutragen.“ Das Archivgut bekommt das Afas von den Initiativen und Vereinen direkt oder von Privatleuten, die Materialien zur Verfügung und das Afas auf dem Schirm haben. „Den Rest müssen wir nachrecherchieren und irgendwie fündig werden. Wir stehen allerdings in gutem Kontakt zurr Szene; die weiß, wonach wir suchen.“

Das Afas arbeitet als gemeinnütziger Verein. Gefördert wird es vom Landesministerium für Kultur und Wissenschaft und von der Stadt Duisburg. Ansonsten finanziert sich das Afas, das sich zum größten freien Archiv für Materialien der neuen sozialen Bewegungen entwickelt hat, durch Spenden.

Als einer der ersten der zahlreichen Gäste bei der Feier spricht Kulturdezernent Thomas Krützberg,: „Seit Jahren wird hier mit Herzblut der Mitarbeiter gesammelt. Sie sind dafür verantwortlich, dass nichts vergessen wird“, lobt er. Duisburg sei eine Archivstadt, „neben dem Afas mit dem Stadt-, und Landesarchiv.“

<<< AFAS FREUT SICH ÜBER DOKUMENTE

Das Afas bittet darum, „Eure Geschichte nicht wegzuwerfen“. Wenn Materialien vorhanden sind, die ins Afas besser passen als in feuchte Keller oder Papiercontainer, dann kontaktieren Sie das Archiv.

Die Öffnungszeiten sind meistens von 10 bis 17 Uhr, um Voranmeldung wird gebeten. Kontakt: 0203/93 554 300 oder per E-Mail an afas-archiv@t-online.de. Weitere Informationen gibt’s im Internet auf: afas-archiv.de

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