Kultur

Klassik-Konzert kommt bei 850 Grundschülern gut an

Der Kika-Moderator Juri Tetzlaff hat sich ein eigenes, lebhaftes für das sinfonische Märchen „Peter und der Wolf“ ausgedacht.

Der Kika-Moderator Juri Tetzlaff hat sich ein eigenes, lebhaftes für das sinfonische Märchen „Peter und der Wolf“ ausgedacht.

Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.   Duisburger Philharmoniker spielen Prokofjews „Peter und der Wolf“. Die Rolle des Erzählers übernahm Juri Tetzlaff, der auch das Konzept entwarf.

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Die von Streichinstrumenten begleitete Melodie, wenn Peter kommt, hat als Kind fast jeder gehört. Für rund 850 Grundschüler war es am Donnerstag im Theater Duisburg das erste Mal. Die Duisburger Philharmoniker führten im Rahmen der Reihe „klasse.klassik“ das sinfonische Märchen „Peter und der Wolf“ auf. Es erfüllt noch heute seinen Zweck, mit dem es der russische Komponist Sergej Prokofjew 1936 geschrieben hat – Kinder an die klassische Musik heranzuführen. Die Erzählerrolle übernahm der Kika-Moderator Juri Tetzlaff, der auch das Konzept für diese Interpretation des Stücks entwickelt hat.

„Das Schöne ist die Kombination aus Orchester und Geschichte“, sagt Anette Keuchel, die Koordinatorin von „klasse.klassik“. Jede Figur habe eine eigene Erkennungsmelodie. „Dadurch können die Kinder jederzeit nachvollziehen, wo die Handlung gerade ist.“ Obgleich ein Kindermärchen, sei „Peter und der Wolf“ durch die Orchesterpassagen auch für Erwachsene anspruchsvoll.

Mit Herzblut und Körpereinsatz erzählt Tetzlaff die Geschichte vom jungen Peter, der mit einer List die Katze, den Vogel und die Ente vor dem Wolf rettet – dabei hatte der sich so sehr auf einen „Vogeldöner mit Knoblauchsoße“ gefreut.

Damit die Kinder wissen, was sie erwartet, haben sie sich im Musikunterricht gut vorbereitet: „Wir haben die Instrumente kennengelernt und passende Kärtchen dazu bekommen, die wir hochhalten sollten, wenn das jeweilige Instrument kam“, erzählt der fast zehnjährige Bennecc von der Grundschule Großenbaumer Allee. Im Theater habe er sie alle wiedererkennen können. Insgesamt habe es ihm sehr gefallen, „vor allem, weil Juri so viele Bewegungen zu seinen Erzählungen gemacht hat“, sagt der Viertklässler.

Tetzlaff: mit Klassik groß geworden

„Ich bin keiner, der sagt, klassische Musik sei besser als andere“, meint Tetzlaff. „Dennoch ist es eine großartige Musik, die sich zwar vielleicht nicht direkt erschließt, an die man Kinder aber heranführen sollte.“ Er sei mit klassischer Musik groß geworden, seine Eltern hätten beide Querflöte und Cello in einem Orchester gespielt. „Dadurch waren wir regelmäßig in Konzertsälen, wo ich mich aber oft zu Tode gelangweilt habe. Deswegen sage ich: Klassische Musik ja, aber nur, wenn sie unterhaltsam ist“, so der Moderator. Seit 2001 gestaltet er Konzepte für klassische Konzerte für jede Altersgruppe. Auch das Programm zu „Peter und der Wolf“ hat er sich ausgedacht. Bereits über 100 Mal hat er als Sprecher dafür auf der Bühne gestanden. „Das ist mir fast so wichtig wie Fernsehen“, sagt Tetzlaff.

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