Bildung

In 26 Duisburger Schulen sind deutsche Kinder die Ausnahme

Die Regenbogenschule in Marxloh zählt zu den Schulen mit hohem Migrantenanteil. Das Bild zeigt Lehrerin Heike Wolf (r.) mit Schülerin Suzana.

Foto: Jörg Schimmel

Die Regenbogenschule in Marxloh zählt zu den Schulen mit hohem Migrantenanteil. Das Bild zeigt Lehrerin Heike Wolf (r.) mit Schülerin Suzana. Foto: Jörg Schimmel

Duisburg.  An 13 Grundschulen liegt der Migrantenanteil zwischen 90 und 100 Prozent. An weiteren 13 sind es 75 bis 90 Prozent. Das ist Spitze in NRW.

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An 26 Duisburger Grundschulen liegt der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund zwischen 75 und 100 Prozent. Bei der Hälfte der Schulen liegt der Anteil zwischen 90 und 100 Prozent. Damit liegt die Stadt landesweit an der Spitze. Eine ähnlich große Zahl von Schulen mit so hohem Anteil von Migranten weisen im Ruhrgebiet auch Essen und Dortmund auf – bei einer um etwa 20 Prozent höheren Einwohnerzahl.

Nur eine Schule im Stadtsüden

Die Zahlen gehen hervor aus der Antwort der NRW-Landesregierung auf eine kleine Anfrage des Abgeordneten Helmut Seifen (AfD) im Landtag. Für die Annahme eines Migrationshintergrundes bei einem Schüler musste mindestens eines der drei folgenden Merkmale zutreffen: keine deutsche Staatsangehörigkeit, nichtdeutsches Geburtsland oder nichtdeutsche Familiensprache (auch wenn das Kind Deutsch beherrscht).

Die Zahlen spiegeln den hohen Anteil an Zuwanderern aus Südosteuropa – rund 20.000 Menschen kamen in den vergangenen Jahren nach Duisburg. Die Integration bulgarischer und rumänischer Kinder ins Bildungssystem stellt die Stadt vor eine große Herausforderung neben der Aufnahme der Geflüchteten aus Syrien.

Schwerpunkte im Norden und in Hochfeld

Nicht überraschend also, dass die Grundschulen mit dem höchsten Migrantenanteil sich in den Siedlungsschwerpunkten der Zuwanderer im Norden und in Hochfeld finden. Laut Statistik haben folgende Grundschulen einen Anteil von 90 bis 100 Prozent: Bruckhausen, Laar, Regenbogenschule, Sandstraße, Henriettenstraße (alle drei in Marxloh), Dichterviertel (Obermarxloh), Schule am Park (Röttgersbach), Brückenstraße und Hochfelder Markt (beide Hochfeld), Friedenstraße (Hochfeld), Hebbelstraße (Neudorf), Klosterstraße (Mitte) und Lilienthalstraße (Neuenkamp). Genannt ist auch die Schule am Park in Röttersbach – möglicherweise ein Fehler bei der Erfassung.

Zwischen 75 und 90 Prozent Migrantenanteil haben die Grundschulen Berg, Hans-Christian-Andersen, Otfried-Preußler (alle Meiderich), Hundertwasser (Obermeiderich), Breite Straße (Walsum), Gartenstraße (Neumühl), Lange Kamp (Beeck), Am Borgschenhof, Beethovenstraße, Krefelder Str. (alle Rheinhausen), Goldstraße (Mitte), Eschenstraße (Wanheimerort) sowie die Grundschule Wanheim. Sie ist damit die einzige Schule im Stadtbezirk Süd. Eine bessere Verteilung versucht das Amt für schulische Bildung seit Beginn des Schuljahres auch durch Bustransporte zu gewährleisten.

Zahlen für Hauptschulen und Gymnasien

Die Statistik listet auch Gymnasien und Hauptschulen mit besonders hohem Migrantenanteil auf, weitere Schulformen wurden nicht erfasst.

Die Hauptschulen Ludgerus (Walsum) und Comenius (Hamborn) liegen zwischen 75 bis 90%, über 90 % sind es an der Heinrich-Böll (Meiderich). Bis zu 90 % hat auch das Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium (Marxloh).

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