Stadtplanung

Historisches Mercatorhaus soll im Jahr 2021 fertig sein

Links das Mercatorhaus auf mittelalterlichen Fundamenten, dahinter das barocke Hofgebäude. Vorne rechts das Ott-Vogel-Haus, das von einem privaten Investor errichtet werden soll. Foto:Bürgerstiftung

Links das Mercatorhaus auf mittelalterlichen Fundamenten, dahinter das barocke Hofgebäude. Vorne rechts das Ott-Vogel-Haus, das von einem privaten Investor errichtet werden soll. Foto:Bürgerstiftung

Duisburg.   In gut drei Jahren könnte am Burgplatz der Nachbau des historischen Mercatorhauses stehen. Doch bis es dazu kommt, muss noch einiges passieren.

In gut drei Jahren, im November 2021, könnte am Burgplatz der viel diskutierte Nachbau des historischen Mercatorhauses samt barockem Hofgebäude auf den original mittelalterlichen Fundamenten des Wohnhauses des berühmten Universalgelehrten und Kartographen errichtet und zeitgleich mit den benachbarten Ott-Vogel-Haus zur Nutzung eröffnet sein.

Dazu will die Bürgerstiftung Duisburg als die federführende Projektleitung dieses ehrgeizigen Vorhabens demnächst interessierte Bürger und Institutionen mit einer noch zu gründenden „Baugenossenschaft Gerhard Mercator Duisburg“ um finanzielle Anteile bitten.

Anteile in Höhe von mindestens 500.000 Euro sollen auf diese Art und Weise zusammenkommen, damit mit einem in Aussicht gestellten Drei-Millionen-Euro-Bankkredit und einer kostenlosen Grundstücksgabe durch die städtische Gebag dann im Herbst des kommenden Jahres 2019 die ersten Bagger für das große Projekt rollen können. Vorausgesetzt: Alle Ratsgremien haben dafür rechtzeitig Planungs- und Baurecht geschaffen.

Uni wird Ankermieter, Rektor wird Aufsichtsratschef

So steht es in einem zehnseitigen Konzept von Klaus Becker, dem Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Duisburg, die bereits im April 2013 die Projektleitung für dieses ehrgeizige Vorhaben übernommen und die im Jahr 2014 dazu eine Machbarkeitsstudie vorgelegte hat.

Becker, bis 1999 Geschäftsführer der landeseigenen LEG, weiß genau, wovon er spricht: „Unser Ziel ist der historische Nachbau des Mercatorhauses, unter ökonomisch wie ökologisch vertretbaren Bedingungen, in einem historisch geprägten neuen Stadtquartier.“

Auch wenn aktuell die Finanzierung und das Baurecht noch nicht gesichert sind, besteht in Politik und Verwaltung der Stadt große Zustimmung und die Bereitschaft, das Projekt mit der Bürgerstiftung zu realisieren. „Ich kann mir das Mercator-Quartier ohne das Mercatorhaus nicht vorstellen“, hatte OB Link bereits vor Jahren öffentlich verkündet, er ist mittlerweile Schirmherr des Projektes.

Jeder kann Miteigentümer des Mercatorhauses werden

Bekanntlich soll gegenüber dem Rathaus, der drei Hektar große, ehemalige Schulstandort zu einem hochwertigen innerstädtischen Wohnviertel entwickelt werden – dem Mercatorquartier, mit der Rekonstruktion des historischen Wohnhauses des Universalgelehrten. Fest steht aber, so Becker, dass ein Projekt dieser Größenordnung von der Bürgerschaft alleine nicht finanziert werden könne.

Somit wird der Kern der Umsetzung eine Baugenossenschaft sein, die die Bürgerstiftung demnächst ins Leben rufen will – hinzu kommt ein notwendiger Bankkredit in Höhe von drei Mio. Euro. Becker: „In der Genossenschaft können dann alle interessierten Bürger und Institutionen Mitglied und somit zu Miteigentümern werden.“

Investor baut gleichzeitig benachbartes Ott-Vogel-Haus

Die städtische Gebag stellt sicher, das Haus als Generalplaner zu realisieren. Sie wird ein Bauunternehmen mit der Durchführung beauftragen. Dieses werde für die Genossenschaft das Mercatorhaus („Mercator-Werkstatt“) samt barockem Anbau errichten und als zusammenhängende Planungsaufgabe das benachbarte Ott-Vogel-Haus miterrichten, dieses aber als Investor auf eigene Rechnung,

Im November 2018, so Becker, sei mit der Offenlage des Bebauungsplanes und im Frühsommer 2019 mit dem Abschluss des Verfahrens zu rechnen.

Die Universität Duisburg-Essen werde sich „als Ankermieter engagieren“, der konkrete Raumbedarf stehe aber noch nicht fest. Doch Uni-Rektor Prof. Ulrich Radtke habe sich zudem als Vorsitzender des Aufsichtsrates der neuen Genossenschaft zur Verfügung gestellt, um vor Ort kulturelle Bildung durch die Hochschule wissenschaftlich zu begleiten.

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