Oldtimer-Ausstellung

Historicar im Landschaftspark: „Nur gucken, nicht anfassen!“

Horst Zyber bietet auf dem Teilemarkt Käferteile und Lichtmaschinen an.

Horst Zyber bietet auf dem Teilemarkt Käferteile und Lichtmaschinen an.

Foto: Christoph Wojtyczka

Duisburg.   Landschaftspark ist Samstag und Sonntag Parkplatz für schöne alte Autos. Seltene Karossen begeistern. Schrauben werden beim Teilmarkt fündig.

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Schon der Parkplatz des Landschaftsparks mutete wie ein Automobil-Museum an. Viele Gäste der „Historicar“, der Messe für Oldtimerfans und -schrauber, kamen am Wochenende natürlich in ihren eigenen Klassikkarossen nach Meiderich. Der Rest der Besucher freute sich über die lebendige Autogeschichte. Die Wagen in der Kraftzentrale standen zwar bloß herum, minder eindrucksvoll waren sie aber trotzdem nicht.

Obwohl in der Halle auch Zubehöranbieter und Restauratoren ihre Zelte aufgeschlagen haben, fällt der Blick der Besucher als erstes auf die ausgefallenen Oldtimer. Dort parkt ein Pontiac Firebird zum Beispiel, in Blau und mit acht Zylindern – für 15 000 Euro. Direkt gegenüber ein alter VW, ein Mercedes aus den 1960ern, ein blitzblank geputzter Mustang aus den 1970ern und ein Jaguar, der eines Königs würdig wäre. Autofans kommen aus dem Staunen kaum heraus – ein Glück also, dass die Besucher an den „normalen“ Ständen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden. Sattlerbetriebe zeigen ihr Handwerk, Bekleidungsgeschäfte verkaufen die passenden Outfits, damit die Midlife-Crisis nicht nur automobil überwunden werden muss. Für alle, die ihre Schätzchen liebevoll wienern, gibt’s eine schier unendliche Auswahl an Pflege, Wachsen und Co. Sportlich wird’s mit Ausstellungsstücken aus der Privatsammlung von Michael Schumacher, darunter alte Helme oder eine seiner Weltmeisterplaketten.

Besucher Hans-Peter Gross aus Bochum beschreibt die Historicar ein wenig wehmütig mit dem Satz „Nur gucken, nicht anfassen“. Zu gucken gibt es viel: Fans blättern durch alte Prospekte und Fahrzeughandbüchern, die sie sich kaufen können – allerdings ohne das dazugehörige Auto. „Das 911er-Handbuch leg’ ich Zuhause auf den Wohnzimmertisch, da wundert sich der Besuch“, freut sich Gross. Von der Kraftzentrale als Ausstellungsraum ist der Bochumer begeistert. „Die Autos passen hier irgendwie so natürlich rein“. Tatsächlich sind die blitzblanken Karossen und der raue Industriecharme Kontrast und Symbiose, quasi aus dem gleichen Stahl.

Nun müssen Oldtimer natürlich auch repariert werden. Dafür werden allerlei Ersatzteile verkauft. „Abrakadabra“ antwortet ein Händler, wo er das seltene Zubehör findet. Er hat Blech, Autoradios oder anderes Nützliches dabei. In die Kategorie „Kuriositäten“ fallen eher die riesige Schilder von Nissan oder Opel. Viele Besucher wollen übrigens im nächsten Jahr wiederkommen. Vielleicht dann mit einem eigenen Oldtimer.

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