Konzert zum Saisonstart

Haniel Open Air begeistert in Duisburg tausende mit Klassik

Das Bühnengeschehen wurde mit großen LED-Monitoren auf den prall gefüllten König-Heinrich-Platz übertragen.

Das Bühnengeschehen wurde mit großen LED-Monitoren auf den prall gefüllten König-Heinrich-Platz übertragen.

Foto: Andreas Hofmann / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Die Duisburger Philharmoniker mit Solisten und Chor der Deutschen Oper am Rhein zündeten ein musikalisches Feuerwerk. Götz Alsmann in Hochform.

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Tiefdruckgebiet Götz hatte mit eine paar Regentropfen zu Anfang des 4. Haniel Klassik Open Air keine Chance gegen einen Götz Alsmann in Hochform. Nach der Regenschlacht von 2017 sorgten die Duisburger Philharmoniker, Chor und Solisten der Rheinoper, die unter der Leitung des neuen Doppel-Generalmusikdirektors Axel Kober (Deutsche Oper am Rhein und Duisburger Philharmoniker) die Saison 2019/20 begrüßten, für einen Abend voller Hochs; es blieb trocken.

Das Beethoven-Jahr 2020 wurde in Duisburg schon mal vorgefeiert

Auf dem prall gefüllten König-Heinrich-Platz erlebten wohl an die 7000 Besucher zum Auftakt ganz im Zeichen von Ludwig van Beethoven, dessen 250. Geburtstag im kommenden Jahr mit Teilen seiner Oper „Fidelio“ schon ein bisschen vorgefeiert wurde. Wobei die Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 zwar ein schönes und im Finale mitreißendes Musikstück ist, doch kein populärer Zündstoff für ein Open-Air-Konzert. Der „Fidelio“-Gefangenchor, den die Herren des Rheinopernchores sehr diffus beginnen, für den ersten Gänsehaut-Effekt sorgt.

„Wir hätten natürlich zum Offenbach-Jahr 2019 was von Offenbach spielen können. Da wären wir aber die letzten gewesen. Das Beethoven-Jahr ist aber erst 2020, da sind wir jetzt schon die Ersten, echte Avantgarde!“, scherzte der promovierte Musikwissenschaftler Götz Alsmann, der wieder mit Witz, Tempo und viel Fachwissen durch den Abend führte.

Götz Alsmanns Informationsfeuerwerk macht einfach Spaß

Dabei brennt er ein wahres Informationsfeuerwerk ab, das bei anderen Moderatoren zu einer langweiligen Aneinanderreihung von Fakten verkommen wäre, bei Alsmann aber durch atemloses Tempo und pointenreiche Anekdoten Spaß macht.

Die Deutsche Oper am Rhein glänzt mit ihren stimmstarken Solisten: Heldentenor Corby Welch schmettert mit strahlender Stimme „O namenlose Freude“ aus „Fidelio“. Gemeinsam mit Ramona Zaharia singt er das Liebesduett aus Camille Saint-Saens Oper „Samson und Dalila“, die im Oktober in Düsseldorf Premiere hat. Auch wenn dieses Stück zum allerersten Mal in an der Rheinoper gespielt wird: Diese Rarität nimmt die Zuhörer auf dem Opernplatz ab dem ersten Ton gefangen, was nicht zuletzt dem betörend schönen Mezzo von Adela Zaharia zu verdanken ist.

Philharmoniker spielen furioses Bacchanal

Die Philharmoniker spielen dann im Bacchanal aus „Samson und Dalila“ furios auf. Die tänzerische Exotik dieser Musik reißt mit und macht Spaß. Dank der LED-Monitore neben der Bühne und der Arbeit von vier Kameramännern kann auch das Publikum auf den weiter entfernten Wiesen auf dem König-Heinrich-Platz dem Geschehen auf der Bühne folgen.

Pathos, populäre Melodien und den Triumphmarsch bietet das Finale des 2. Aktes aus Verdis Oper „Aida“. Mit beeindruckender Stimmgewalt glänzen die beiden Bogdans der Rheinoper: Bariton Bogdan Baciu und Bassist Bogdan Talos. Da die Zugaben schon im Programmheft abgedruckt sind, ist der „Aida“-Applaus schon verhallt, als Götz Alsmann mit seiner Band für die Zugaben auf die Bühne eilt.

Schmuseschlager und ein rockiges Beethoven-Finale

Mit Schmuse-Schlagern der 50er und 60er Jahre wie „Dein Kuss von gestern Nacht“ und „Tausendmal möchte ich Dich küssen“ umsäuseln Götz Alsmann und seine Mannen das Publikum. Die Philharmoniker unter Axel Kober steuern einen sanften Streicherteppich und kleine Bläsertupfer für den perfekten Wohlfühlklang dazu.

Zum Abschlussfeuerwerk rundet sich der Abend mit Beethoven: Die Solisten der Rheinoper schmetterten Chuck Berrys „Roll over Beethoven“. Vom Publikum gibt es stehende Ovationen.

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