Hafen platzt aus den Nähten

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Und Hafen-Chef Staake platzt der Kragen: "Es stehen Flächen zur Verfügung, man will sie mir nur nicht geben."Ansonsten: Duisport wächst und gedeiht und will weiter kräftig investieren

Eigentlich hätte Hafen-Chef Erich Staake gestern allen Grund zu guter Laune haben können: Duisburgs Hafen wächst und gedeiht, es gibt kaum Flächen genug für ansiedlungswillige Betriebe. Und genau deshalb zürnt Staake - und zwar mit der Stadt.

"Es stehen Flächen zur Verfügung, man will sie mir nur nicht geben", kritisierte er gestern: "So willkommen sind wir hier nicht mehr." Auch klagte er bei der Vorstellung der Hafenbilanz über verzögerte Genehmigungsverfahren bei Vorhaben des Hafens.

Andere Hafenstandorte würden dagegen mächtig Gas geben beim Ausbau ihres Flächenangebotes für Unternehmen des boomenden Logistik-Gewerbes: Hamburg lege jährlich im 17 Hektar zu, Lüttich aktiviere derzeit 200 Hektar, Rotterdam schiebt sein Hafengebiet durch Landgewinnung weit ins Meer hinaus. "Niemand schläft", so Staake. Und zu Hafenerweiterungen in Duisburg: "Die Hoffnung habe ich aufgegeben."

Aber nicht so ganz. Denn bei gleicher Gelegenheit erklärte Staake, man wolle ein Gelände zwischen Logport in Rheinhausen und der Stadtgrenze Krefeld erwerben, um außerhalb des Logistikzentrums auf dem früheren Krupp-Gelände weitere Flächen für ansiedlungswillige Unternehmen anbieten zu können. Dabei dürfte sich um noch freie Areale auf dem Gelände des früheren Rangierbahnhofs Hohenbudberg handeln.

Ansonsten setzt der Hafen auf Expansion außerhalb Duisburgs, vor allem im Ruhrgebiet und am Niederrhein. Dort wolle man Flächen erwerben, erläuterte Staake. Zudem gebe es kleinere Hafenbetriebe, mit denen man zusammenarbeiten könne, wenn es um die Aktivierung von Flächen geht. Voraussetzung sei immer eine möglichst optimale Verkehrsanbindung, mindestens an Straße und Schiene, im besten Fall auch noch ans Wasserstraßennetz.

Im letzten Jahr hatte der Hafen die Rekordinvestition von 60,3 Mio Euro getätigt, bis 2010 sollen weitere 140 Mio Euro fließen. Dabei geht es neben dem Flächenerwerb vor allem auch um den Ausbau der Schieneninfrastruktur, etwa für die Erschließung von Logport 2 in Wanheim, wovon auch die benachbarten Hüttenwerke Krupp-Mannesmann profitieren würden.

Im Containerverkehr legte der Hafen im letzten Jahr um 14 Prozent auf 901 000 TEU (Standard-Container) zu. Davon entfielen auf den Schiffsumschlag 370 000 TEU (+ 4 %) und auf die Bahn 531 000 TEU (+23 %).

Der Gesamtumschlag der öffentlichen Häfen (Duisport) und der sieben privaten Werkshäfen in Duisburg lag im letzten Jahr bei rund 110 Mio Tonnen. Davon entfiel auf Duisport rund die Hälfte.

In den öffentlichen Häfen sind neben dem Containerumschlag drei weitere "Säulen" hervorzuheben: Kohle, Stahl sowie Mineralöl und Chemieprodukte. Hatte der Hafen Ende der 90er Jahre durch die Stilllegung der Eisenerzeugung in Dortmund rund die Hälfte seiner Umschlagsmengen verloren (und mit den Erzbergen gegenüber der Schifferbörse ein beliebtes Fotomotiv), so hat der Schiffs- und Bahnumschlag 2007 den von 1998 erstmals wieder übertroffen. Und: Wurde früher vor allem Ruhrkohle verladen, so ist es heute fast ausschließlich Importkohle.

siehe auch "Wirtschaft"

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