Jugend

Gabriel und Pater Oliver mit Initiative für Marxloh

Im Juni 2015 begrüßte Pater Oliver den damaligen „Superminister“ der großen Koalition, SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel im Petershof. Das Engagement des Paters beeindruckte den Politiker sehr.Foto/Archiv:Fabian Strauch

Im Juni 2015 begrüßte Pater Oliver den damaligen „Superminister“ der großen Koalition, SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel im Petershof. Das Engagement des Paters beeindruckte den Politiker sehr.Foto/Archiv:Fabian Strauch

Marxloh.   Der einst mächtigste Mann Deutschlands vergisst Versprechen nicht, das er 2015 gab. Initiative für den Berufseinstieg von Marxloher Libanesen.

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Unterschiedlicher als SPD-Spitzenpolitiker Sigmar Gabriel und der Marxloher Pater Oliver können zwei Männer eigentlich nicht sein: Der eine evangelisch getauft, der andere katholischer Priester. Der eine jahrelang als Spitzendiplomat in der Welt unterwegs, der andere darauf bedacht, die Welt in Marxloh ein besser und gerechter zu machen.

Dennoch verbindet die beiden Männer seit 2015 eine belastbare, nachhaltige Fernbeziehung. Im Sommer 2015 war Gabriel – damals Vizekanzler und mächtigster Mann Deutschlands – im Petershof zu Gast. Der damalige Vorsitzende der SPD versprach, Pater Oliver in seiner Arbeit zu unterstützen. Und Gabriel hielt Wort bis heute.

Gabriel unterstützt Petershof nachhaltig

Jüngstes Resultat: Eine Initiative, die möglichst vielen jungen Libanesen aus Marxloh einen Job verschaffen soll. Keine populäre Maßnahme.

Denn wer sich nicht alles eine Meinung über die „Marxloher Libanesen“ erlaubt, obwohl er selbst noch nie einen getroffen hat! Nun, Pater Oliver, Leiter des sozialpastoralen Zentrums Petershof an der Marxloher Marienstraße, kennt sie fast alle, die rund 200 Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Marxloh, die aus libanesisch-kurdischen Familien stammen.

Die Familien genießen in Marxloh, NRW und im Rest von Deutschland keinen geregelten Aufenthaltsstatus, sondern lediglich eine Duldung. Die ermöglicht den Kindern dieser Familien eigentlich gar keinen Besuch von Bildungseinrichtungen oder Ausübung beruflicher Tätigkeiten.

Pater bildet libanesische Kaufleute aus

Eigentlich – was Pater Oliver aber nicht daran hindert, regelmäßig Jungs aus der Zielgruppe auszubilden: „Von den zwölf libanesischen Auszubildenden, die ich hatte, haben neunzig Prozent die kaufmännische Ausbildung erfolgreich abgeschlossen“, sagt Pater Oliver.

Bei dem nicht-öffentlichen Treffen am Dienstag im Petershof waren hochrangige Vertreter des Bundesministeriums für Wirtschaft zugegen. Die Kreishandwerkerschaft Duisburg suchte das Gespräch mit den jungen Libanesen, die Agentur für Arbeit und die Industrie- und Handelskammer Duisburg boten den jungen Libanesen Gespräche auf Augenhöhe an.

Gespräche auf Augenhöhe

Ausbilderinnen und Ausbilder von Duisburger Unternehmen waren da und tauschten sich mit Jugendlichen über Chancen und Anforderungen aus. Dabei machten alle Anwesenden aus der Not eine Tugend: „Es waren nur wenige Jugendliche erschienen, die Schwellenangst war wohl sehr hoch“, sagt Pater Oliver am Mittwoch im Gespräch mit der Redaktion: „Um die, die da waren, haben wir uns umso intensiver gekümmert. Sie dienen uns jetzt auch als Multiplikatoren.“

Das Projekt werde fortgesetzt, womöglich mit Gabriel persönlich: „Der wäre gern gekommen, ist aber im Ausland unterwegs.“

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