Mitmach-Konzert

Für „Sing Together“ üben Duisburger Schüler den Gleichklang

In der Aula werden die Lieder gemeinsam geprobt, die zuvor in den einzelnen Klassen vorbereitet wurden. Die Schüler sind mit Begeisterung dabei.

In der Aula werden die Lieder gemeinsam geprobt, die zuvor in den einzelnen Klassen vorbereitet wurden. Die Schüler sind mit Begeisterung dabei.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Die Aletta-Haniel-Gesamtschule in Duisburg-Ruhrort beteiligt sich mit neun Klassen am großen „Sing Together“ der Deutschen Oper am Rhein.

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Seit einem Monat nutzt Musiklehrerin Tamara Tebeck an der Aletta-Haniel-Gesamtschule jede Musikstunde als Chorprobe. Große und kleine Schülerinnen und Schüler treffen sich dann in der Aula, um gemeinsam zu singen, denn die Gesamtschule in Duisburg-Ruhrort nimmt mit insgesamt neun Klassen am großen „Sing Together“ der Deutschen Oper am Rhein teil. Gemeinsam mit dem Chor der Rheinoper und den Duisburger Philharmonikern unter der Leitung von Chordirektor Gerhard Michalski singen die Kinder und Jugendlichen am 3. Juli im Stadttheater.

Der Main und Mary Poppins

Fünf Gruppen proben an diesem Morgen in der Aula unter der Leitung von Tamara Tebeck und Praktikantin Franziska Böhnlein, die an der Essener Folkwang-Uni Lehramt studiert und am Klavier begleitet. Die Klassenlehrerinnen stehen bei ihren Gruppen und unterstützen sie sängerisch. Sie haben mit ihren Klassen die Lieder schon vorab in Unterricht geübt. Die Texte werden auf die Wand der Aula projiziert, damit die Kinder Blickkontakt zur Dirigentin halten können. Als Erstes wird das Volkslied „Es führt über den Main“ gesungen. „Wer die Melodie schon kennt, der singt laut mit,“ sagt Tamara Tebeck, beim Refrain fordert sie: „Jetzt schön laut singen.“ Einige Schüler versuchen, die anderen mit heftigem Gegröle nieder zu singen. Am Ende applaudiert man sich gegenseitig.

Schwierig: Supercalifragilisticexpialigetisch

Besonders schwierig ist der Text bei „Supercalifragilisticexpialigetisch“ aus dem Musical „Mary Poppins“. Der erste Versuch mündet im Chaos. Die Kinder starren wie hypnotisiert auf den Text, um ja keine Silbe zu verpassen, und jeder singt in seinem eigenen Tempo. Deshalb lässt Tamara Tebeck den Text mehrmals leise flüstern. Beim nächsten Versuch mit Klavierbegleitung beherrschen die Kinder schon Text und Rhythmus.

Die Teilnahme am Projekt rührt aus den engen Kontakten der Schule mit der Musikpädagogik der „Jungen Oper am Rhein“. Drei bis vier Opern- oder Ballettbesuche, die von Haniel gesponsert werden, stehen pro Schuljahr für die Oberstufenschüler auf dem Programm. Theaterpädagogin Dina Wälter lud regelmäßig zu Workshops nach Ruhrort und fragte Tamara Tebeck, ob sie nicht bei „Sing Together“ mitmachen wolle. Die Schüler waren sofort Feuer und Flamme, und seit Anfang Juni wird regelmäßig geprobt. Neun Klassen, von der fünften bis zur zwölften nehmen teil, darunter vier internationale Vorbereitungsklassen, in denen Flüchtlings- und Einwandererkinder Deutsch lernen.

Mit „Üsküdara“ ist auch ein türkisches Volkslied dabei

„Toll, dass bei diesem Projekt so viele Klassen mitsingen. Und mit ,Üsküdara’ ist auch ein beliebtes türkisches Volkslied dabei“, freut sich Schülersprecher Ishan-Can (18). Die Begeisterung der Schüler für dieses Projekt bemerkt auch Sozialpädagogin Aileen Taubert: „Wenn ich in den großen Pausen das Schülercafé leite, kommen immer wieder Kinder und Jugendliche, die mit mir üben wollen, weil ich regelmäßig bei den Proben dabei bin.“

Tamara Tebecks Vorfreude geht über das Konzert am 3. Juli hinaus: „Ich merke immer wieder, wie viel Freude die Kinder am Singen haben. Bei den Proben habe ich immer das Gefühl, dass die ganze Schule mitsingt. Wenn es im nächsten Jahr solch ein Projekt gibt, müssen wir da unbedingt wieder mitmachen!“

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