Ausstellung

Erwin Wurm sagt über Kunst: Ziel ist die Sinnlosigkeit

Erwin Wurm hat das Obergeschoss des Anbaus im Lehmbruck-Museum tapeziert. Dabei zeigt er ziemlich drastisch, was man auch mit Zeitungen machen kann.

Erwin Wurm hat das Obergeschoss des Anbaus im Lehmbruck-Museum tapeziert. Dabei zeigt er ziemlich drastisch, was man auch mit Zeitungen machen kann.

Foto: Ute Gabriel / FUNKE Foto Services

Duisburg.   Der österreichische Bildhauer äußert sich zur Eröffnung seiner Doppelausstellung im Lehmbruck und in der Küppesmühle sehr prägnant.

Dass ein Künstler zur Eröffnung einer Ausstellung mit seinen Werken selbst das Wort ergreift, ist ungewöhnlich. Erwin Wurm tat es am Donnerstag zweimal – in einer prägnanten Rede im Lehmbruck-Museum und in einem Gespräch im Museum Küppersmühle. Wie berichtet, werden 250 Arbeiten des Österreichers in dieser Doppelausstellung präsentiert. Wie groß das Interesse an Wurm ist, der in diesem Jahr sein Land auch bei der Biennale in Venedig vertritt, zeigte der Besucherandrang am Eröffnungsabend.

„Jede Gesellschaft hat Kunst ausgebeutet“, begann Wurm seine kurze Rede im Lehmbruck-Museum, in der er gegen jede Vereinnahmung des Künstlers Stellung bezog. Von Kunst werde erwartet, Sinn zu stiften, zu überraschen und für ungewohnte Perspektiven sorgen. Er aber wolle die Kunst von Bedeutung befreien. Der Künstler sei „der, der Welt Sinn entzieht“, so Wurm: „Das Ziel ist die Sinnlosigkeit.“

„Unsinn befreit“ ist sein anarchischer Standpunkt. Doch dieser Unsinn, dem man beim Ansehen seiner Werke oft mit einem Lächeln begegnet, ist ihm sehr ernst. Wurm sagt, der Pflicht des Ungehorsams gegenüber dem Staat folge die Pflicht zur Sinnlosigkeit. Sie mache die Welt erträglich.

Begleitprogramm beginnt am Samstag

Das Rahmenprogramm beginnt am Samstag, 8. Juli, um 15.30 Uhr im Lehmbruck-Museum mit einem „Philosophischen Rundgang“ mit dem jüngsten Philosophie-Professor Deutschlands, Markus Gabriel; Kuratorin Ronja Friedrichs gestaltet die erste Sonntagsführung am 9. Juli um 11.30 Uhr. Im MKM gibt es am Sonntag um 14 Uhr die erste Besucherschule mit Bazon Brock. Er erläutert auch, warum sein Ex-Schüler 90 Meter Wand unter einer grünen Strickfläche verschwinden lässt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben