Lauf-Song

Ein Hit für alle Langlauf-Freunde "made in Duisburg"

"Klappe Laufsong-Video, die erste": Kreativ waren (v. l.) Jörg Buhnert, Zoltan Leskovar und Anke Johannsen.

"Klappe Laufsong-Video, die erste": Kreativ waren (v. l.) Jörg Buhnert, Zoltan Leskovar und Anke Johannsen.

Foto: FUNKE Foto Services

Duisburg.   Ein Trio aus engagierten Duisburgern wollte seine Heimatstadt in ein positiveres Licht rücken und schuf einen Song für Langlauf-Fans inklusive Video.

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Anke Johannsen absolvierte im Vorjahr in ihrer Heimatstadt Duisburg ihren ersten und bisher einzigen Marathon-Lauf. Und nach erfolgreicher Zielankunft war es nicht die Strapaze, die die Sängerin nachhaltig in Erinnerung behielt. Sondern die wunderbaren Schauplätze und die Menschen, die sie vom Straßenrand aus angefeuert hatten. Beseelt von diesen Eindrücken suchte sie den Kontakt zum Duisburger Laufveranstalter Jörg Bunert (61). Und der sagte einen Satz, der Anstoß für einen mit viel Herzblut getränkten Kreativprozess werden sollte: „Komponier’ doch mal einen Song zum Thema Langlauf.“

Gesagt, getan! „Das Gespräch mit Jörg hatte ich kurz vor Weihnachten. Danach bin ich in mich gegangen und hab mir selbst die Frage gestellt: Wie klingt für mich das Laufen?“, erzählt Anke Johannsen (35) aus Duissern, die nicht nur professionelle Sängerin, sondern auch Pianistin und Komponistin ist. Ihre Antwort auf die Frage lautete: Nach Kraft. Nach Lebensfreude. Und nach innerer Freiheit. Eben diese Elemente sollten sich auch im Läuferlied wiederfinden.

Anderthalb Monate saß sie im heimischen Studio am Klavier, um zu tüfteln. Ein Wortpaar schwirrte ihr von Beginn an durch den Kopf: „Horses“ und „Forces“, also die Pferdestärken. Denn auch Ausdauer-Asse haben ordentlich Power in den Beinen. Kein Wunder, dass das fertige Stück „I Run With The Power Of 1000 Horses“ heißt.

Die Idee: Duisburg einmal ins rechte Licht rücken

„Den Song fand ich direkt super“, erinnert sich Bunert. „Doch ein gutes Lied ist nichts ohne ein gutes Video.“ Und so kam der dritte kreative Kopf mit ins Boot: Zoltan Leskovar. Der 34-jährige Fotograf ist Miteigentümer der Agentur Ruhrgepixel mit Sitz in der Altstadt. Er und Johannsen hatten stets einen guten Draht zueinander. Und als sie ihm von der Videoidee erzählte, war er gleich Feuer und Flamme.

„Ich hatte beim Hören des Songs gleich ein paar Bilder vor Augen. Unser Ansatz war, die Stadt Duisburg, die von außen immer so negativ dargestellt wird, einmal ins rechte Licht zu rücken“, so Leskovar. Also zogen sie mit Videokamera und einer Drohne los, um das Bildmaterial für das Video zu beschaffen. Drehorte waren der Innenhafen, der Landschaftspark Nord, das Haldenkunstwerk „Tiger & Turtle“ – und natürlich die diesjährige Auflage des Duisburg-Marathons.

„Am Ende hatten wir weit über 20 Stunden Filmmaterial beisammen, von denen es nur drei Minuten ins Video schafften“, erzählt Leskovar. Den Schnitt überließ er Anke Johannsen. „Da habe ich nochmal 200 Arbeitsstunden reingesteckt.“ Und das alles ohne einen Cent Bezahlung. „Dies war für uns alle drei ein Projekt aus Überzeugung“, sagt Johannsen. Bunert und Leskovar nicken zustimmend. Dieser Song soll ihr ganz persönlicher Teil für die Ideenwerkstatt sein, mit der die Stadt derzeit das Image Duisburgs aufpolieren will.

Song soll nach Premiere beim Firmenlauf alle Duisburger Läufe untermalen

Seine Premiere feierte das fertige Video beim Targobank-Lauf am Donnerstagabend in der City. „Die 5000 Starter sind zu meinem Lied am Start losgelaufen. Das war für mich ein absoluter Gänsehautmoment“, gesteht Johannsen. Bunert sagt, dass dieser Song künftig alle Laufveranstaltungen in Duisburg musikalisch untermalen soll. „Und eventuell gibt’s ihn auch auf CD“, so Bunert. Die Macher von Duisburg-Kontor hätten nach einer Hörprobe bereits Interesse signalisiert.

„Mit einem Marathon-Lauf hat alles angefangen. Und es war auch ein kreativer Marathon, um da hinzukommen, wo wir nun sind“, resümiert Johannsen. Dann strahlt sie, als sie sagt: „Aber der Riesenaufwand hat sich gelohnt.“

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