Kultur & Finanzen

Duisburger Stadttheater für 500 000 Euro technisch renoviert

Mit der Taschenlampe leuchtet IMD-Bauleiter Markus Hetzel auf das defekte Hebegetriebe unter dem Orchestergraben des Stadttheaters.. Die Spindel wird derzeit in Karlsruhe generalüberholt und dann wieder eingebaut.

Mit der Taschenlampe leuchtet IMD-Bauleiter Markus Hetzel auf das defekte Hebegetriebe unter dem Orchestergraben des Stadttheaters.. Die Spindel wird derzeit in Karlsruhe generalüberholt und dann wieder eingebaut.

Foto: Jörg Schimmel

Duisburg.   In der spielfreien Zeit wurde im Duisburger Stadttheater eifrig gewerkelt. In den nächsten Jahren sind Investitionen in Millionenhöhe geplant.

Wenn heute Abend um 19.30 Uhr Martin Schläpfers Ensemble bei der Ballettaufführung b.36 einige „Schwanensee“-Motive tänzerisch umsetzt, dann wird die Bühne des Stadttheaters in frischem Glanz erstrahlen. Als Mitte Juni die spielfreie Zeit anbrach, begannen auch die Wartungs- und Reparaturarbeiten in Duisburgs Tempel der Hochkultur. Rund 500 000 Euro wurden insgesamt investiert. Derzeit muss noch bei einer zentralen Hebeeinheit unter dem Orchestergraben ein marodes Getriebe ausgetauscht werden. „Trotzdem ist unser Haus spielbereit“, versichert Karoline Hoell von den Kulturbetrieben.

Unvorhersehbare Schäden

Wartungsarbeiten stehen im Stadttheater in jedem Jahr auf der Agenda. Diesmal wurden etwa die Wände im Foyer gestrichen und ein neuer Treppenlift für Menschen mit Behinderung eingebaut. „Wir treffen aber immer auch auf unvorhersehbare Schäden. Diesmal waren die Reparaturen im Vergleich zu den Vorjahren besonders aufwendig“, sagt Michael Coen, zuständiger Bauleiter für den Bereich Elektronik beim Immobilien-Management Duisburg (IMD).

Der Weg in die Tiefen des Theaters – hinab in die so genannte Untermaschinerie – führt über eine graue Betontreppe. Dort unten wartet Markus Hetzel, der IMD-Bauleiter für den Bereich Maschinenbau. Von den zehn Spindeln, die für das Heben und Senken der Orchesterpodien verantwortlich sind, musste eine generalüberholt werden – und zwar eine zentrale genau in der Mitte des Orchestergrabens. „Dieses alte Getriebe war 20 Jahre alt. Ersatzteile gibt es nicht mehr“, erklären Hetzel und Coen. Deshalb musste das defekte Teil zur Herstellerfirma nach Karlsruhe geschickt werden. „Sie bringen es wieder auf Vordermann. Mitte Oktober soll hier dann alles fertig wieder eingebaut sein“, erklärt Hetzel. „Alle bis dahin angesetzten Theater-, Oper- und Ballettaufführungen können aber wie geplant über die Bühne gehen“, stellt Karoline Hoell klar.

Komplettaustausch der Podien geplant

Bei den jetzt durchgeführten Maßnahmen hätte es sich um eine Notreparatur gehandelt, wie IMD-Mann Coen betont. Perspektivisch ist ein Komplettaustausch der Orchesterpodien samt Hebetechnik vorgesehen. Ob die 800 000 Euro umfassende Investition bereits in 2019 oder in 2020 realisiert wird, muss noch in den zuständigen Ausschüssen sowie im Rat der Stadt entschieden werden, so Coen.

Die teuerste Einzelinvestition in diesem Sommer war die Anschaffung eines neuen Mischpultes und weiterer Steuergeräte für die Lichtanlage. Allein das hat laut Coen rund 360 000 Euro gekostet. Mit dieser Anlage sei man technisch aber nun auf dem gleichen Stand wie das kooperierende Haus in Düsseldorf. „Das ist wichtig, um auf den beiden Bühnen die identischen Lichtstimmungen bei den Inszenierungen hinzubekommen“, erklärt Hoell, als sie in den Lichtregie-Raum bittet.

Dann betreten wir den Zuschauerraum. Wegen der Arbeiten sind die Polstersitze in den ersten Reihen zur Schonung mit Decken abgedeckt. Von vorne ist der Blick auf die Bühne bestens. Ihr frischer Anstrich wird den Ballettbesuchern heute Abend sicher auffallen.

Neues Pult für den Inspizienten in 2019

Einige geplante Erneuerungen für 2019 stehen laut IMD-Mann Michael Coen bereits fest. So wird die Inspizientenanlage ausgetauscht. Erwartete Kosten: 295 000 Euro.

An diesem Pult zur Kommunikation im Theater sitzt der Inspizient, der von dort aus die gesamte Aufführung organisiert und koordiniert.

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