Bus und Bahn

Duisburger Nahverkehrsplan wird wohl überarbeitet

Auf Busverbindungen in den Außenbezirken wollen Bürger und Bezirkspolitiker nicht verzichten. Deshalb gibt es Kritik am neuen Nahverkehrsplan.

Foto: Ute Gabriel

Auf Busverbindungen in den Außenbezirken wollen Bürger und Bezirkspolitiker nicht verzichten. Deshalb gibt es Kritik am neuen Nahverkehrsplan. Foto: Ute Gabriel

Duisburg.   Nachbesserungsbedarf: Duisburger Kommunalpolitik fordert, Kritik aus den Stadtbezirken im neu vorgelegten Nahverkehrsplan zu berücksichtigen.

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Der Nahverkehrsplan wird nach seiner Vorstellung und Diskussion in den sieben Bezirksvertretungen wahrscheinlich noch einmal überarbeitet werden müssen. Zwar wurde das Thema im Verkehrsausschuss des Stadtrates nicht eigens diskutiert, doch machten zumindest schon einmal die Fraktionen von SPD, CDU und Grünen deutlich, dass der Entwurf noch an einigen Stellen nachgebessert werden muss.

Man wolle mit einer Entscheidung über den Nahverkehrsplan abwarten, bis alle Bezirksvertretungen ihre Beratungen über den Bus- und Bahnverkehr abgeschlossen haben, erklärte SPD-Ratsherr Manfred Osenger. Einige Stadtteilparlamente hätten bereits zu dem Thema getagt und teils lange Listen von Änderungswünschen formuliert, etwa zu den sogenannten Quartiersbus-Linien. Auch die wolle man in die Entscheidungsfindung einfließen lassen. Zugleich loben die Sozialdemokraten das Nahverkehrskonzept in wesentlichen Punkten, etwa bei der Ausweitung der nächtlichen Verbindungen und der Anbindung neuer Wohngebiete.

„Großen Nachbesserungsbedarf“ sieht CDU-Ratsherr Thomas Susen, und das vor allem im Süden der Stadt. Es gehe nicht an, dass ganze Stadtteile vom öffentlichen Personennahverkehr abgeschnitten werden. Auch die Busverbindungen nach Krefeld seien weiterhin wichtig, beispielsweise für Arztbesuche von älteren Menschen. Die Christdemokraten seien nicht grundsätzlich gegen diese Grundlagenarbeit der städtischen Planer, aber, so stellte Susen fest: „In der Form ist der Nahverkehrsplan nicht zustimmungsfähig.“

Auch bei den Grünen wartet man auf die Rückmeldungen aus den Bezirken. Im Grundsatz, so Grünen-Ratsfrau Claudia Leiße, sehe man in dem Konzept zwar eine Verbesserung, sehe aber gleichwohl die Notwendigkeit, beispielsweise die Kritik aus dem Stadtsüden noch aufzuarbeiten. Auch sehe man bei der Aufteilung des Gesamtverkehrs noch Potenzial für einen höheren Anteil von Bussen und Bahnen.

Einigkeit herrschte bei den Mitgliedern des Verkehrsausschusses auch bei dem Stopp einer weiteren U-Bahn-Planung über den Bahnhof Meiderich hinaus in die nördliche Stadtteile. Von der Bahnhofstraße in Meiderich soll nun der Ausbau der Stadtbahnstrecke 903 bis südlich der Haltestelle Theodor-Heuss-Straße in Neumühl oberirdisch erfolgen.

Die zuvor geplante Tunnellösung hätte um die 90 Millionen Euro gekostet, der Bau der Strecke über der Erde wird mit 18 Millionen Euro kalkuliert.

>> ZIEL IST DIE DIREKTVERGABE AN DIE DVG

Die Zeit für den Beschluss des neuen Nahverkehrsplans drängt. Denn er ist Voraussetzung für die geplante Direktvergabe des öffentlichen Personennahverkehrs an die städtische DVG. Mit der Direktvergabe soll eine sonst fällige europaweite Ausschreibung des Nahverkehrs vermieden werden, auch wegen des direkteren städtischen Einflusses auf die DVG im Vergleich zu einem fremden Unternehmen.

Der Auftrag an die DVG würde für die Zeit von 1. Januar 2020 bis 30. Juni 2042 vergeben – und beim städtischen Verkehrsunternehmen die Arbeitsplätze nachhaltig sichern.

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