Festakt

Duisburger Musikpreis ehrt den Choreografen Royston Maldoom

Beifall für einen Friedensstifter: Der Choerograf Royston Maldoom (Mitte) mit OB Sören Link und Hans Jürgen Kerkhoff, Vorsitzender der Köhler-Osbahr-Stiftung.

Beifall für einen Friedensstifter: Der Choerograf Royston Maldoom (Mitte) mit OB Sören Link und Hans Jürgen Kerkhoff, Vorsitzender der Köhler-Osbahr-Stiftung.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Der Brite ist Duisburg seit 1990 und dem „Internationalen Jugendtanzfestival“ verbunden. Seine Projekte überwinden Grenzen.

Zum 30. Mal wurde jetzt der „Musikpreis der Stadt Duisburg in Verbindung mit der Köhler-Osbahr-Stiftung“ im Theater der Stadt überreicht. Ein Preis, der auch eng mit dem Wirken des verstorbenen Alt-Oberbürgermeisters Josef Krings verknüpft ist. Der amtierende OB Sören Link stellte deshalb mit gutem Recht der Laudatio des aktuellen Preisträgers eine Würdigung seines kunstsinnigen Vorgängers voraus, in dessen Amtszeit der Musikpreis 1990 gegründet wurde und der im Jahr 2000 selbst in den Genuss der Auszeichnung gekommen ist.

1990 war auch das Jahr, in dem der polyglotte englische Choreograf Royston Maldoom enge Beziehungen zur Stadt Duisburg aufnahm. Und zwar über die Choreografin und Tanzpädagogin Ulla Weltike, an deren „Internationalem Jugendtanzfestival“ in den 90er-Jahren Maldoom maßgeblich beteiligt gewesen ist. Aber auch später blieb er Ulla Weltikes Tanztheater und auch Mohan C. Thomas’ „Tanzmoto Dance Company“ treu, so dass nur wenige der bisherigen Preisträger auf eine so enge Verbundenheit mit Duisburg verweisen können wie Maldoom.

Preis würdigt auch einen Künstler, dessen „Community Dance“ international wirkt

Nun würdigt der mit 10.000 Euro dotierte Preis mit Royston Maldoom nicht nur einen Choreografen, sondern darüber hinaus einen Künstler, der den Begriff des „Community Dances“ spätestens seit seinem spektakulären Gemeinschaftsprojekt mit den Berliner Philharmonikern und Hunderten von Kindern nach der Vorlage von Igor Strawinskys Ballett „Le Sacre du Printemps“ zu internationaler Beachtung geführt hat. Auch wenn er sein Konzept bis dahin bereits 25 Jahre lang in vielen sozialen und politischen Brennpunkten von Äthiopien über die West Banks bis Südafrika realisierte.

Im Gespräch mit dem Kulturjournalisten Holger Noltze brachte der mittlerweile 76-Jährige seine Ästhetik auf den Punkt: „Wer zu mir kommt und mit mir arbeiten will, den sehe ich als Tänzer – und nur als Tänzer. Es interessiert mich nicht, welche Hautfarbe er hat, woher er kommt oder ob er einen Job hat. Sie glauben nicht, wie froh die meisten Menschen sind, ihren Hintergrund bei mir ablegen zu können: endlich nicht mehr nur der Flüchtling, der Arbeitslose, das Problemkind oder der Sträfling zu sein. Die Erleichterung darüber ist meistens riesengroß“.

Ulla Weltike und Mohan C. Thomas gestalten Festakt mit Kindern

Selbstverständlich durften Ulla Weltike und Mohan C. Thomas bei der künstlerischen Umrahmung des kurzweiligen Festakts nicht fehlen. Aber auch die Duisburger Philharmoniker nicht, mit denen Weltike und Maldoom 2016 das denkwürdige Projekt „Exile – Tanzen für ein besseres Leben“ mit 150 Duisburger Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen verschiedenster Herkunft auf die Bühne brachten.

Solo-Cellist Friedemann Pardall und der Pianist Jonathan Zydek sorgten nicht nur für die musikalische Unterstützung der beiden Tanzdarbietungen, sondern setzten mit Beiträgen von Strawinsky und Chopin auch eigene Akzente. Mohan C. Thomas tanzte das Solo-Ballett „Reflections“ zu Klängen von Rachmaninows Vocalise in cis-Moll, Ulla Weltike konkretisierte mit über 20 Kindern in dem Stück „Screm do Mira“ die friedensstiftende Ästhetik Maldooms. Zu sanften Klängen von Chopin demonstrierten die Kinder mit ihrem Tanzstück eben soviel körperliche und emotionale Zärtlichkeit.

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