Demonstration

Duisburger Mahnwache gegen türkische Offensive in Syrien

Forderten in der Innenstadt ein Verbot von Waffenlieferungen an die Türkei (v.l.): Jürgen Hagenguth, Inge Holzinger und Else Heiermann vom Friedensforum Duisburg.

Forderten in der Innenstadt ein Verbot von Waffenlieferungen an die Türkei (v.l.): Jürgen Hagenguth, Inge Holzinger und Else Heiermann vom Friedensforum Duisburg.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Duisburg.  In der Innenstadt haben 25 Demonstranten den Militäreinsatz der Türken in Syrien verurteilt. Dafür gab’s auch böse Blicke und Beschimpfungen.

„Krieg ist keine Lösung.“ Die Botschaft der Demonstranten, die diesen Satz auf ein großes Banner geschrieben haben, ist unmissverständlich. Sie halten am Donnerstagabend auf der Königstraße in der City eine Mahnwache ab und prangern den Militäreinsatz der Türkei in Syrien an.

Plakate, auf denen „Türkei raus aus Syrien“ oder „Waffenexporte stoppen“ stehen, lenken die Aufmerksamkeit auf die 25-köpfige Gruppe. Mit einigen Passanten kommen sie ins Gespräch, finden Befürworter, andere werfen ihnen böse Blicke zu oder beleidigen sie.

Stopp deutscher Waffenexporte an die Türkei gefordert

Die meisten Teilnehmer der Mahnwache sind Mitglieder des Friedensforums Duisburg, engagieren sich seit vielen Jahren für mehr Frieden in der Welt. Vor allem macht ihnen Angst, dass in Syrien schnell atomare Waffen eingesetzt werden könnten, wie sie sagen. ,,Es ist ganz gefährlich, was dort passiert, dort herrscht seit Jahren explosive Stimmung, jetzt droht es, eine Katastrophe zu geben. Da sind Atommächte am Werk’’, sagt Bernhard Funke. ,,Die Uno muss sofort tätig werden und einlenken. Vor allem muss Deutschland die Unterstützung in Form von Waffenexporten an die Türkei stoppen’’, findet er.

,,Die Türkei bricht Völkerrechte und greift syrische Städte an. Es sind bereits Tote zu beklagen, viele Menschen mussten fliehen’’, sagt Jürgen Hagenguth vom Friedensforum. Auch er engagiert sich seit Jahren, ist Mitorganisator des jährlichen Osterfriedensmarsches in der Stadt. ,,Wir begrüßen, dass die Bundesregierung die Beendigung des Militäreinsatzes fordert, doch wir hoffen auch, dass die Regierung Konsequenzen zieht und so auch bereits erteilte Genehmigungen für die Ausfuhr von Kriegswaffen zurückzieht.’’

Grimmige Blicke und eine Beleidigung

Die Plakate und einige Kerzen reichen, um die Aufmerksamkeit der meisten Passanten zu erlangen. Lautsprecherdurchsagen gibt es keine. Fast jeder wirft zumindest mal einen Blick auf die Mahnwache, manch einer bleibt stehen. ,,Ihr habt völlig recht. Die Türkei sollte sich schleunigst wieder zurückziehen’’, sagt etwa eine Frau.

Doch es gibt auch andere Meinungen, die einige junge Männer mit Kopfschütteln zum Ausdruck bringen. Andere bleiben stehen, schauen sich die Plakate genauestens an und werfen den Demonstranten grimmige Blicke zu, winken ab. Einmal werden die Teilnehmer als ,,Heuchler’’ beleidigt. Doch ansonsten bleibt die gut 30-minütige Demo ruhig.

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