Porträt

Duisburger ist Staatssekretär im NRW-Finanzministerium

Seit dem 30. Juni ist der Duisburger Patrick Opdenhövel Staatssekretär im Düsseldorfer Finanzministerium .

Seit dem 30. Juni ist der Duisburger Patrick Opdenhövel Staatssekretär im Düsseldorfer Finanzministerium .

Foto: NRW-Finanzministerium

Duisburg   Mit dem Duisburger Patrick Opdenhövel arbeitet ein CDU-Stratege an wichtiger Stelle in der Landesregierung. Das weiß in Duisburg kaum jemand.

Beim Duisburger Fußballverein DSV 1900 steht er als Vereinspräsident an vorderster Front und heute beim Heimspiel gegen den VfL Repelen auch am Spielfeldrand, ansonsten aber agiert Dr. Patrick Opdenhövel eher im Hintergrund. Das freilich an zentralen Stellen: Der 53-Jährige CDU-Politiker ist mit dem Düsseldorfer Machtwechsel Staatssekretär im NRW-Finanzministerium geworden. Mitbekommen hat das hier freilich kaum jemand.

Auch in der Duisburger CDU hält sich der gebürtige Beeckerwerther zurück. Dabei weist er eine bemerkenswerte Karriere und Berufsvita auf, die ihn als politischen Kopf ausweist. „Ja, ich bin ein politischer Mensch“, sagt er, verweist im Gespräch zu seinem Selbstverständnis auch mal nebenbei auf Aristoteles oder Platon – der promovierte Historiker studierte auch Philosophie.

Seine politische Arbeit ist zugleich handfest und handlungsorientiert. Sie führte ihn in die Machtzentren Hessens und Nordrhein-Westfalens. Von 1999 bis 2004 war der einstige Geschäftsführer der Jungen Union Hessens Leiter des Grundsatzreferates im Persönlichen Büro des damaligen hessischen CDU-Ministerpräsidenten Roland Koch. Und danach zwei Jahre in dessen Wiesbadener Staatskanzlei.

Opdenhövels strategische Arbeit hatte offenbar auch die NRW-CDU und Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers registriert. Der schwarz-gelbe Regierungschef holte Opdenhövel 2006 zurück nach NRW und in seine Düsseldorfer Staatskanzlei. Nach vielen Jahren in Mainz kehrte der Duisburger damit zurück in seine Geburts- und Heimatstadt.

Zeit für kommunalpolitisches Engagement in der heimischen Union blieb dabei aber nicht. „Ich habe mich bewusst zurückgehalten, zumindest ich kann nicht auf zwei Ebenen gleichzeitig Politik zu 100 Prozent machen. Wenn ich mich engagiere, dann voll und ganz“, erklärt der 53-Jährige. Hätte Duisburgs-CDU-Chef Thomas Mahlberg vor Monaten bei der Suche nach einem profilierten Oberbürgermeister-Kandidaten bei Parteifreund Opdenhövel nachgefragt, hätte er sich daher eine Absage geholt.

Mit der Abwahl der schwarz-gelben Regierung 2010 wechselte Opdenhövel als Abteilungsleiter ins SPD-geführte NRW-Finanzministerium. Unter dem jetzigen CDU-Ministeriumschef Lutz Lienenkämper stieg er nach den sieben Jahren nun zum Staatssekretär auf, vertritt seinen Minister, ist Verwaltungschef des Hauses und koordiniert die politische Linie des Ministeriums.

„Man kann in Duisburg viel bewegen“

Auch wenn Opdenhövel sich wegen seiner exponierten Funktion allzu offene Statements zu Duisburgs Politik, gerade jetzt im OB-Wahlkampf versagt, stellt er klar: „Man kann in Duisburg viel bewegen. Ich bin mir nicht sicher ob das in jüngster Zeit ausgeschöpft wurde. Ich würde mich über Initiativen freuen, die zu nachhaltigen Verbesserungen führen.“ Und ergänzt: „Duisburg ist eine tolle Stadt und liegt mir am Herzen.“

Die Heimatverbundenheit gilt natürlich auch für den MSV. Da trifft es sich gut, dass Opdenhövel gleich gegenüber dem Stadion wohnt und so zum Beispiel kurzfristig am vergangenen Montag zum Pokalspiel gegen Nürnberg gehen konnte. Mal ein Erstliga-Spiel zwischen Mainz und Duisburg? „An Mainz scheitert das nicht“, sagt das Mainz 05-Mitglied und wünscht sich zugleich, dass es die Zebras als Traditionsverein mal zurück ins Oberhaus schaffen.

Zur Person

Patrick Opdenhövel ist verheirat und hat einen Sohn. Zur Grundschule ging er an der Heisterbacher Straße in Beeckerwerth, Abitur machte er 1983 am Käthe-Kollwitz-Gymnasium in Ruhrort. Der 53-Jährige ist ein Katzenfreund, schreibt das Finanzministerium in Opdenhövels Porträt. Zur Freizeitgestaltung gehören danach Klavierspielen, Gartenarbeit und Lesen, insbesondere zu Geschichte und Philosophie.

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