Nahverkehr

Duisburger DVG schafft 13 neue Gelenkbusse an

Große Hinweis-Aufkleber für das neue WLAN-Angebot machen die neuen Busse kenntlich, die auf dem DVG-Betriebshof Unkelstein präsentiert wurden.

Große Hinweis-Aufkleber für das neue WLAN-Angebot machen die neuen Busse kenntlich, die auf dem DVG-Betriebshof Unkelstein präsentiert wurden.

Foto: Daniel Tomczak / DVV

Duisburg.   Duisburger DVG kauft 13 neue Gelenkbusse, die mit Gratis-WLAN ausgestattet sind und mehr Platz haben für Kinderwagen, Rollatoren, Rollstühle.

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Mit kostenlosem WLAN, mehr Platz und Sicherheit für Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühle will die DVG mehr Menschen zum Umstieg auf den Nahverkehr überzeugen. 13 neue Gelenkbusse hat der Verkehrsbetrieb zudem mit etwas umweltfreundlicheren Euro-6-Dieselmotoren ausgerüstet. Eine Investition von 4,5 Millionen Euro. Die E-Mobilität lässt dagegen noch etwas auf sich warten. Erst 2020 soll die Buslinie 934 elektrifiziert werden. Unklar ist, ob die DVG dabei auf Akku-Technik oder Brennstoffzellen setzen wird.

Damit erfüllen aber zumindest mehr als die Hälfte der Bus-Flotte die neue EU-6-Norm, sind also tauglich für die Umweltzone. Und sie verbrauchen mit 51 Liter auf 100 Kilometer gut 20 Prozent weniger Diesel als die älteren. Auch bieten die neuen Busse „wesentlich mehr Komfort für die Fahrgäste“, wirbt Manfred Kliesch, Leiter des Fahrbetriebs bei der DVG, mit praktischen Verbesserungen etwa bei der Anzeige der Fahrziele. Die LED-Bildschirme sollen die nunmehr weiße – statt bernsteinfarbene – Schrift auch unter starkem Sonnenlicht gut erkennen lassen.

Befestigungsmöglichkeiten für Rollatoren

Menschen mit Gehbehinderungen und Eltern mit Kinderwagen haben in den neuen Bussen künftig mehr Platz. Mehr Sicherheit für Rollatoren bieten eigens eingerichtete Befestigungspunkte. Hier können die Gehhilfen festgemacht werden. An der Optik im Inneren haben die Verkehrsbetriebe ebenso geschraubt: Die Böden zeigen moderne Holzoptik und die Sitzpolster haben ein neues Design. Und wer stattdessen lieber auf sein Tablet schaut, soll sich nach einer Bestätigung der Nutzerbedingungen ohne lästige Registrierung oder Passwortabfragen ins Bus-WLAN einloggen können. Allerdings bleibt das Datenvolumen beschränkt auf 200 Megabyte pro Tag und Nutzer.

Über 102 Busse verfügt die DVG aktuell, bei der aktuellen Erneuerung soll es nicht bleiben – „wir ersetzen jährlich Altfahrzeuge“, kündigt DVG-Sprecher Felix zur Nieden an. In die jüngste Erneuerung durch große Gelenkbusse hat der Verkehrsbetrieb nun gut 4,5 Millionen Euro investiert, also im Durchschnitt etwa 350.000 Euro pro Fahrzeug. In der Regel halten Busse 14 Jahre – die neuen EU-6-Busse müssen folglich bis 2033 im Einsatz bleiben, damit sie sich rechnen, während in den nächsten Jahren allgemein ein deutlicher Schritt in Richtung E-Busse zu erwarten ist.

Pilotprojekt mit E-Bussen

Zudem verfolgt die DVG das Pilotprojekt „Mybus“, das auf deutlich kleinere Fahrzeuge mit sehr flexiblen Fahrstrecken setzt. Wie dauerhaft die neueste Investition in die Zukunft ist, muss sich also zeigen. Kritiker befürchten, dass mit neuen Dieselbussen die umweltfreundlichere E-Mobilität im Duisburger Nahverkehr ausgebremst werden könnte. Sprecher zur Nieden weist darauf hin, dass ein Pilotprojekt für Elektrobusse im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht wurde. Die Linie 934 soll 2020 elektrifiziert werden.

Noch aber ist die Art der E-Technologie unklar: Batterie-Technik steht derzeit gegen die Brennstoffzellen-Technologie, die jeweils unterschiedliche Infrastrukturen benötigen. Was sich durchsetzen wird, kann der Verkehrsbetrieb noch nicht sagen. „Derzeit befinden wir uns in der vorbereitenden Planungsphase, die alle Fragen von der Beschaffung der Fahrzeuge über die Fahrplanung bis hin zur Ladeinfrastruktur, Wartung und Reparaturvoraussetzungen in unserer eigenen Werkstatt und vieles weitere beleuchtet“, sagt DVG-Sprecher zur Nieden. Man habe als Teil der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft jedoch starke Partner wie die Netze GmbH im Boot, um die Detailfragen zu klären.

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