Stadtentwicklung

Duisburg will vom Immobilienboom in Düsseldorf profitieren

Auf der Fläche am oberen Bildrand soll der zweite Abschnitt des Neubaugebietes Angerbogen entstehen. Unten der erste Abschnitt unweit der Düsseldorfer Stadtgrenze in Huckingen.

Auf der Fläche am oberen Bildrand soll der zweite Abschnitt des Neubaugebietes Angerbogen entstehen. Unten der erste Abschnitt unweit der Düsseldorfer Stadtgrenze in Huckingen.

Foto: Hans Blossey

Duisburg.   Mit mehreren großen Wohnbau-Projekten möchte die Stadt auch Interessenten aus der Nachbarstadt eine attraktive Alternative anbieten.

„Wir wollen von der starken Nachfrage in Düsseldorf profitieren.“ Diese Devise gibt Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (SPD) für Stadtentwicklung aus. Mehrere Großprojekte sollen in den nächsten Jahren starten und eine attraktive Alternative schaffen für Interessenten aus der Landeshauptstadt.

320 Wohneinheiten unweit der Stadtgrenze

Im äußersten Süden der Stadt scheint die Rechnung aufzugehen. An der Düsseldorfer Landstraße in Huckingen, wo vor 15 Jahren wenige hundert Meter vor der Stadtgrenze mit Düsseldorf bereits ein Neubaugebiet für Einfamilienhäuser entstand, entwickelt die städtische Baugesellschaft Gebag auf der anderen Straßenseite nun den zweiten Abschnitt Angerbogen II. Obwohl erst gegen Ende des Jahres ernsthaft mit den bau- und kaufwilligen Interessenten verhandelt werden kann, haben sich bisher schon rund 340 mögliche Käufer bei der Gebag auf die Warteliste setzen lassen.

Rund 320 Wohneinheiten der hochwertigeren Art sind geplant. Vorgesehen sind 138 Doppelhaushälften, 89 Einfamilienhäuser, 10 Mehrfamilienhäuser mit 65 Wohneinheiten sowie 26 Stadthäuser. Gebag-Sprecherin Gerhild Gössing nennt schon mal eine Hausnummer, an der sich potenzielle Kaufinteressenten orientieren können: „Die Grundstückspreise werden voraussichtlich zwischen 400 und 700 Euro pro Quadratmeter liegen.“

Leben im Herzen der Innenstadt mit Blick auf das Rathaus ist die Devise für das neue Mercatorviertel, das als „neue Altstadt“ Duisburgs mit rund 350 Wohneinheiten auf der Brache eines ehemaligen Schulkomplexes entstehen soll. Für alle sechs parzellierten Baufelder auf der rund 30.000 qm großen Fläche liegen laut Gebag-Geschäftsführer Bernd Wortmeyer bereits Absichtserklärungen der Investoren und Bauherren vor.

Dabei handelt es sich um finanzkräftige Immobilien- und Anlageunternehmen, die den künftigen Wohnungsbesitz im Bestand halten werden. Heißt: Der Großteil der Wohnungen wird vermietet. Noch in diesem Jahr sollen die Kaufverträge unterschrieben werden. Rund 150 Millionen Euro werden in das Bauvorhaben fließen, derzeit wird die Offenlage der Bebauungspläne vorbereitet, danach kann – möglicherweise noch in diesem Jahr – der Startschuss erfolgen.

Noch ein wenig länger wird die Entwicklung des Theisen-Areals in Hochfeld dauern. Das 18.000 Quadratmeter große Gelände des einstigen Kabelwerks hat die Gebag Anfang 2018 erworben und will es zu einem attraktiven Wohnquartier entwickeln. Entstehen sollen dort auch neue Wegeverbindungen zwischen der nahen Innenstadt und dem Ortsteil Hochfeld. Nur die historische Direktorenvilla soll noch an die industrielle Vorgeschichte erinnern, wenn die alten Hallen abgerissen sind. Das soll spätestens erfolgen, sobald 2021 der letzte Mietvertrag der aktuellen Nutzer ausgelaufen ist. In einem städtebaulicher Wettbewerb soll dann schon der beste Entwurf für ein attraktive Wohnquartier gefunden sein.

So bald wie möglich sollen sich, wenn’s nach den Planern geht, für Duisburgs größtes Wohnbauprojekt auf den einstigen Bahnareal zwischen den Ortsteilen Wedau und Bissingheim die Baukräne drehen. Wo einst die Waggons für das Bahn-Ausbesserungswerk Wedau rangiert wurden, sollen auf fast 60 Hektar bis zu 3000 Wohneinheiten entstehen . Unter dem Arbeitstitel „6-Seen-Wedau“ entwickeln Stadt, Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft und Gebag einen neuen Stadtteil – vorgesehen ist ein Angebotsmix, der von hochwertigem Wohneigentum mit Seeblick bis zu sozialem Wohnungsbau reichen soll. Den Auftakt macht der Bau eines Nahversorgungszentrums – geplanter Baustart ist 2021.

Für Interessenten, die erst mittelfristig Ausschau nach einem neuen Domizil halten wollen: Zu einem neuen Wohnquartier namens „Rheinpark“ wird ab Mitte der 2020er Jahre die Drahtwerk-Brache am Hochfelder Rheinufer entwickelt. Das ist auch der Zeithorizont für den Umbau der Güterbahn-Brache südlich der Innenstadt. Für das „Filet-Grundstück“, dass die Gebag im vergangenen Jahr erwerben konnte, soll es keinen Schnellschuss geben. In einer Neuinterpretation des Masterplans von Star-Architekt Norman Foster wünscht sich Gebag-Geschäftsführer Bernd Wortmeyer „ein Projekt, dass Wohnen und Arbeiten auf innovative Weise verknüpft“.

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