Immobilien

Duisburg will Edel-Immobilie Tectrum an Cosimo verkaufen

Das Tectrum an der Bismarckstraße steht vor einem Besitzerwechsel. Der Stadtrat hat dem Verkauf des Technologiezentrums zugestimmt.

Das Tectrum an der Bismarckstraße steht vor einem Besitzerwechsel. Der Stadtrat hat dem Verkauf des Technologiezentrums zugestimmt.

Foto: Foto: Stephan Eickershoff / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Die Stadt Duisburg will das Tectrum in Neudorf an einen neuen Besitzer verkaufen. So soll es mit der kostenintensiven Edel-Immobilie weitergehen.

Das Technologiezentrum Tectrum steht vor einem Besitzerwechsel. Der Rat hat in der nicht öffentlichen Sitzung dem Verkauf zugestimmt. Erwerber des futuristischen Glasbaus soll die Duisburger Cosimo Investment Group GmbH zugestimmt. Der Entwurf für den dreiteiligen Gebäudekomplex an der Bismarckstraße in Neudorf stammt von Stararchitekt Sir Norman Foster.

Die Cosimo Investment mit Sitz am Stapeltor in Stadtmitte bestätigte am Donnerstag auf Anfrage dieser Zeitung ihre Kaufabsicht, mochte sich aber vor Unterzeichnung des Kaufvertrages nicht zu seinem Plänen für die markante Immobilie äußern. Beim Notar werde man sich „vielleicht noch in diesem Jahr, eventuell aber auch erst im kommenden Jahr“ treffen, so ein Sprecher des Unternehmens. Interesse am Technologiezentrum wird dem Familienunternehmen, das Immobilien und Grundstücke im gesamten Bundesgebiet entwickelt, schon seit geraumer Zeit nachgesagt.

IMD bot Tectrum für 13,4 Millionen Euro an

Über den Kaufpreis, der nicht bekannt wurde, ist nun offenbar Einigkeit erzielt worden. Angeboten hatte das städtische Immobilienmanagement IMD – es ist zuständig für den Betrieb der Gebäude – das Ensemble auf seiner Homepage seit Ende 2017 zum Preis von 13,4 Millionen Euro. „Das ist schon eine besondere Immobilie, aber sie passt nicht in unseren Bestand“, hatte Karl Wilhelm Overdick, seinerzeit IMD-Geschäftsführer, als Grund für die Veräußerungsabsicht der Stadttochter genannt.

Die edle Architektur unter dem Tonnendach auf der einen und dem gläsernen Rundbau auf der anderen Seite beherbergt junge Unternehmen. Sie wachsen dort mit Unterstützung der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung – die GFW betreibt dort eine Zweigniederlassung. Der Halbschalen-Bau beherbergt außerdem die Szene-Kneipe Baba Su und das Konfuzius-Institut Metropole Ruhr, die FOM betreibt dort ihr Hochschulzentrum. Universität und Wirtschaftsförderung nutzen den Veranstaltungssaal im Untergeschoss des Rundbaus regelmäßig für Veranstaltungen wie ihren gemeinsamen Existenzgründer-Wettbewerb.

Kostenintensive Edel-Immobilie

Trotz guter Vermietungsquote gilt die Edel-Immobilie, günstig gelegen zwischen Hauptbahnhof und Uni-Campus, seit langem als Klotz am Bein des IMD, das schon mit der Instandhaltung und Sanierung der Schulen nicht nachkommt. Unterhalt und Betrieb des Tectrum gelten als kosten- und personalintensiv: Dienstleistungen wie Kopierzentrale, Telefon- und Postdienst sowie Reinigungsservice erfordern zwei Vollzeitkräfte und einen technischen Mitarbeiten – das Haus gleicht eher einem Hotel als einer Zweck-Immobilie.

Außerdem stehen 23 Jahre nach der Eröffnung Investitionen im deutlich siebenstelligen Bereich an – ein Grund mehr, nach zwei Jahren Wartezeit den Verkauf abzuschließen. Dass die Idee des Technologiezentrums erhalten bleibt, hält GFW-Chef Ralf Meurer beim Start der Investorensuche „auch mit Privaten nicht für ausgeschlossen“.

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