Chemiekonzern

Venator: 270 Stellen sollen in Duisburg-Homberg wegfallen

Der Chemiekonzern Venator will in seinem Werk in Duisburg-Homberg 270 Arbeitsplätze abbauen. Noch im Herbst war von 180 Stellen die Rede.

Der Chemiekonzern Venator will in seinem Werk in Duisburg-Homberg 270 Arbeitsplätze abbauen. Noch im Herbst war von 180 Stellen die Rede.

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Der Chemiekonzern Venator will in Duisburg-Homberg noch mehr Stellen abbauen. Statt den angekündigten 180 sind nun 270 Arbeitsplätze betroffen.

Beim Chemiekonzern Venator in Duisburg-Homberg werden mehr Stellen abgebaut als zuletzt angekündigt. Während im Herbst noch von 180 Stellen die Rede war, die auf der Kippe stünden, hat das Unternehmen diese Angaben jetzt nach oben korrigiert.

Venator-Chemiewerk: 270 Arbeitsplätze in Duisburg sollen gestrichen werden

Als Teil des überarbeiteten „Geschäftsverbesserungsplanes“ werde man den Einsatz von „Kontraktoren“, also Vertragspartnern, reduzieren. Zudem schätze man, dass von den Änderungen etwa 270 Mitarbeiter betroffen sein werden. Das sind 90 mehr, als ursprünglich vorgesehen. Donnerstagabend bestätigte Dr. Jürgen Koy, Geschäftsführer der Homberger Niederlassung, die neuen Zahlen.

Aktuell arbeiten im Homberger Venator-Chemiewerk rund 1100 Mitarbeiter. Bereits vor der Information der Geschäftsführung der Venator Germany GmbH war in den sozialen Medien über die neue Entwicklung diskutiert worden. Duisburg sei ein wichtiger Standort für Venator, heißt es in der Pressemitteilung vom Donnerstag. Allerdings sei „die Finanzleistung des Standortes kritisch. Bedeutende und dringende Maßnahmen“ seien erforderlich, um die Rentabilität zu verbessern.

Stellenabbau: Neuer Sanierungsplan für Venator-Werk in Duisburg

Die neuen Zahlen stammen aus einem überarbeiteten Sanierungsplan für das Homberger Werk. Künftig solle stärker auf Kundenbedürfnisse eingegangen werden, solle sich so die „Kostenwettbewerbsfähigkeit des Standorts“ verbessern.

Die Entscheidung falle der Geschäftsführung nicht leicht und man bedauere, dass einige Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren werden, so Jürgen Koy. Die Standortleitung werde eng mit dem Betriebsrat zusammenarbeiten, um einen „fairen und transparenten Prozess“ sicherzustellen.

Venator-Betriebsrat will sich am Freitag äußern

Der Betriebsrat zeigte sich geschockt über die neue Entwicklung. Er hatte angekündigt, sich am Freitag dazu äußern zu wollen.

Absätze seien eingebrochen, hieß es im vorigen Jahr. Damals war die Rede von 40 Prozent Einbußen. Bereits im November hatte der Betriebsrat mangelnde Investitionen kritisiert. Außerdem sei es extrem schwer, an Informationen zu kommen. Der Hauptaktionär Huntsman sitzt in den USA, die europäische Venator-Leitung in Großbritannien.

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