Karstadt und Kaufhof

Duisburg hat Potenzial für zwei große Warenhäuser

Beste Lage: Die Karstadt-Filiale im Einkaufszentrum Forum in der Duisburger Innenstadt

Beste Lage: Die Karstadt-Filiale im Einkaufszentrum Forum in der Duisburger Innenstadt

Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.   Duisburg hat Karstadt und Kaufhof – zwei große Warenhäuser in der Innenstadt. Daran wird sich wohl auch nach einer Fusion nichts ändern.

Karstadt und Kaufhof unter einem Dach: Die Fusion der beiden Warenhausketten macht aus zwei Großen einen Riesen. Für Duisburg und seine Innenstadt heißt das aber nicht eins statt zwei: Experten sind zuversichtlich, dass es weiterhin beide großen Warenhäuser in Duisburg geben wird. Mehr noch: Die Fusion scheint in Duisburg sogar Chancen für beide Standorte zu versprechen.

Duisburger Häuser bleiben gelassen

Während sich Essen um die Karstadtzentrale sorgt und beim Kaufhof-Konzern der Abbau von 5000 Stellen droht, bleiben die beiden Duisburger Häuser eher gelassen. Aus Konkurrenten könnten Partner werden. Stellungnahmen gibt es aber nicht. Lediglich die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende im Kaufhof, Anja Dobroschke, äußert sich, nachdem die Mitarbeiter am Dienstag umgehend über die geplante Fusion informiert wurden. „Die Situation ist sicher schwierig, aber die Stimmung geht eher in Richtung Chance“, meint sie.

So sieht es auch Wilhelm Bommann vom Einzelhandelsverband. „Duisburg als Halb-Millionen-Stadt kann zwei Warenhäuser vertragen“, sieht Bommann genügend Kundenpotenzial für beide Warenhäuser in der Stadt und blickt auf die jahrzehntelange Tradition des Duisburger Doppelstandortes zurück. Er erwartet, dass sich beide Warenhäuser nach der Zeit des Wettbewerbs nun „mit einer gemeinsamen Mutter kundenzielorientiert aufeinander abstimmen“ werden. Trotz des wachsenden Onlinehandels haben Warenhaus-Sortimenter Chancen auf dem Markt.

Dem Doppelstandort kommt laut Bommann zugute, dass einige hundert Meter Luftlinie zwischen beiden Häusern liegen. Eine Forderung hat der Einzelhandelssprecher: Um den Kaufhof-Standort an der Düsseldorfer Straße müsse endlich die städtebauliche Entwicklung voran gehen. Das geplante Geschäftshaus an der ehemaligen Stadtbücherei sei das wichtige Bindeglied zwischen beiden Warenhäusern.

Auch Handelsexperte von der IHK ist zuversichtlich

Auch Michael Rüscher, Handelsexperte bei der Industrie- und Handelskammer IHK, ist zuversichtlich. Beide Warenhäuser bieten Sortimente, die sonst fehlen würden und nachgefragt werden. Kundenpotenziale sieht er genügend, auch weil Duisburg Kaufkraft aus den Nachbarstädten anzieht.

Beide Warenhäuser schweigen zwar zu Kunden- und Umsatzzahlen, gelten aber als gesunde Häuser. Karstadt hat erst kürzlich seine Mietverträge im Forum nach dem zehnjährigen Geburtstag des Forum-Einkaufszentrums verlängert und die Kölner Kaufhofzentrale hat in den vergangenen Jahren regelmäßig in sein Duisburger Haus investiert. Gutes Zeichen laut Rüscher zudem: Die Kaufhofimmobilie ist im Besitz des kanadischen HBC-Konzerns und wird das Haus nicht leer stehen lassen wollen. „Handel bringt die höchsten Mieten“, so Rüscher.

>>EINE ZENTRALE BEDEUTUNG

Karstadt und Kaufhof sind flächenmäßig ein Pfund im Duisburger Einzelhandel. Karstadt dürfte bei rund 11 000 qm liegen, dazu kommen die Flächen der Gastronomie-Töchter. Der Kaufhof kommt auf rund 12 000 qm.

Das ist zusammen rund ein Sechstel der Einzelhandelsfläche von rund 125 000 qm in der City. Bundesweit beträgt der Marktanteil der Warenhäuser am Umsatz rund 2,6 %. In Duisburg dürfte er merklich höher liegen.

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