Kommentar

Duisburg gewinnt buchstäblich neue Freiheiten

WAZ-Redakteur Oliver Schmeer kommentiert die Woche der Entscheidungen in Duisburg

WAZ-Redakteur Oliver Schmeer kommentiert die Woche der Entscheidungen in Duisburg

Foto: WAZ Grafik

Duisburg.  Was für eine Woche: Duisburg gelingt ein Super-Coup mit dem Ankauf des Krieger-Geländes und das Altholzkraftwerk ist Schnee von gestern.

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Duisburg schüttelt sich nach einer Woche der Entscheidungen und Nachrichten, die es in sich hatten und prägenden Einfluss auf die Zukunft der Stadt hatten. Zuvorderst natürlich der Super-Coup der Gebag mit dem Ankauf des Krieger-Geländes, mit dem Duisburg buchstäblich die Freiheit zurückerlangt, die „Duisburger Freiheit“ zu entwickeln. Das wird für die kommende Dekade die wohl wichtigste Zukunftsfläche für Duisburg, deren Ausgestaltung wohl überlegt werden muss.

Gebag als wichtiges Instrument

Nur zur Erinnerung: Den Ankauf machte jetzt eine Stadttochter möglich, die vor einigen Jahren nach fatalem Hochmut und skandalöser Misswirtschaft noch kurz vor der Pleite stand und die nach schmerzlicher Läuterung der Verantwortlichen und neuer Top-Besetzung an der Gebag-Spitze geradezu unverzichtbarer Katalysator und wichtiges Instrument der Stadtentwicklung geworden ist. Nun kann die Stadt beginnen, die Ernte einzufahren.

Apropos Misswirtschaft: Mindestens unfassbare Blauäugigkeit und unprofessionelle Rathaus-Blindgänger in der Stadtverwaltung waren es, die Duisburg das Desaster an der Promenaden-Treppe mit „The Curve“ bescherten. Das kostet jetzt wieder Millionen, erspart aber noch höhere Schadensersatzzahlungen an die Investoren. Und es bleibt die Hoffnung, dass sich zumindest auf dem Baugelände das „Blindgänger“-Problem technisch und finanzierbar lösen und der Sichelbau realisieren lassen. Denn: „The Curve“ wäre ohne Zweifel ein städtebaulich furioser Abschluss der Innenhafen-Entwicklung und würde der Büro- und Gastronomeile auch mit der dann möglichen Bespielung der Promenaden-Treppe einen neuen Schub geben. Der ist auch nötig.

Schnelles Nein zum Altholzofen

Bleibt das Altholzkraftwerk in Walsum: Bemerkenswert wie schnell und konsequent Stadt und Politik den voreiligen und unverblümten Alleingang von Steag und Duisport gestoppt haben und der Errichtung des Palettenofens einen planungsrechtlichen Riegel vorgeschoben haben. Nach kaum zwei Monaten war der Spuk schon wieder vorbei. Was Industrie und Hafen nicht sahen, hatten die Parteien schnell erkannt: Eine weitere Umwelt- und Verkehrsbelastung war den Walsumern, war Duisburg nicht zuzumuten.

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