Drohnentechnik

Duisburg: Drohnentechnik wird Profil an der Sekundarschule

Die Schüler der Duisburger Sekundarschule Am Biegerpark (v.l.) Oualid, Emily, Berdan, Johannes, Lena und Leonie sind begeistert bei der Sache und programmieren Drohnen.

Die Schüler der Duisburger Sekundarschule Am Biegerpark (v.l.) Oualid, Emily, Berdan, Johannes, Lena und Leonie sind begeistert bei der Sache und programmieren Drohnen.

Foto: DANIEL ELKE / FUNKE Foto Services

Duisburg-Huckingen.  Schüler der Sekundarschule Am Biegerpark programmieren Drohnen. Die Schule richtet in diesem Jahr die erste Drohnenmeisterschaft für Schulen aus.

Summend hebt die Drohne ab, auf etwa einem Meter Höhe bleibt sie für zwei Sekunden stehen, dann schwebt sie nach vorne durch einen Reifen und macht eine Rechtskurve. Kurz vor der Wand stoppt sie abrupt und fliegt knapp daran vorbei durch den nächsten Reifen, um dahinter sicher zu landen. Oualid (15), Schüler der Sekundarschule Am Biegerpark, freut sich, dass die Drohne den Parkour gemeistert hat. Schließlich hat er die Flugbahn programmiert. Im Sommer soll das Programmieren von Robotern, Drohnen und Computern ein wählbares Profil für die Schüler werden – als Alternative zu beispielsweise Naturwissenschaften und Sprachen.

Bislang üben sich Schüler aus den Informatik-Klassen an der Kunst des Programmierens. Sie verbinden i-Pads mit den Drohnen und geben so Befehle ein, die das Flugobjekt dann ausführt. Nicht immer läuft es so rund wie bei Oualids Testflug. „Die Kinder sollen Fehler machen und daraus lernen“, sagt Schulleiter Pavle Madzirov. „Fehler sind sehr negativ behaftet“, findet er. „Doch beim Programmieren gehört das dazu, so wie bei vielem anderen auch. Das lernen die Kinder hier. Es kommt auf das Ausprobieren an. Die Drohnen stürzen ab, stoßen irgendwo gegen, aber irgendwann klappt es“, weiß er.

Die Schüler geben ihre Flug-Befehle per i-Pad an die Drohne weiter

takeoff() – move(direction.up – duration:1). So sieht etwa der erste Befehl einer langen Liste solcher Anweisungen aus, die die Kinder ihren Drohnen geben. In einer i-Pad-App stehen verschiedene Codes zur Vorauswahl bereit, die die Kinder in die richtige Reihenfolge bringen und etwa mit Sekundenangaben und Richtungen ergänzen müssen. Im oben genannten Beispiel hebt die Drohne ab, fliegt ein Stück nach oben und bleibt für eine Sekunde in der Position. „Von dort aus fliegt sie den Parkour“, erklärt Berdan (17). „Das heißt, weitere Befehle, die man vorher eingegeben hat, bringen sie dazu. Wir sehen dann nur noch zu und nehmen mögliche Verbesserungen für den nächsten Flug vor“, sagt Berdan.

Science-Fiction in der Sekundarschule – für die Jugendlichen ganz normal. Auch Schulleiter Madzirov sieht Drohnen und das Programmieren als große Chance – und Kids im Vorteil, die damit gut umgehen können. „In den USA werden bereits Pakete mit Drohnen zugestellt, man könnte per Programmieren Autos und Busse fahren lassen“, sagt Madzirov. „Für uns ist vieles noch schwer vorstellbar, aber das wäre es für meine Großeltern auch gewesen, wenn ich ihnen früher gesagt hätte, dass wir eines Tages Kaffee aus kleinen Kapseln trinken.“

Neben Drohnen programmieren die Jugendlichen auch Roboter und einen 3-D-Drucker

Neben Drohnen programmieren die Jugendlichen auch Roboter und einen 3D-Drucker. Das 5000-Euro teure Gerät wurde von Thyssen gespendet und stellt etwa Miniaturen von Gebäuden her. „Die Dinge, die gedruckt werden, stellen die Kinder am PC her“, erklärt Madzirov. So haben die Kinder in den vergangenen Tagen etwa den Eiffelturm in der Größe von einigen Zentimetern nachgebaut. Wie weit die Technik mittlerweile ist und vor allem, wie versiert die Schüler sie nutzen, davon können sich Besucher am Samstag, 25. Januar, ab 10 Uhr, beim Tag der offenen Tür überzeugen.

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