Das Klima als Klang wahrnehmen

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Heute Abend wird im Rahmen der Duisburger Umwelttage eine Ausstellung im Gemeindehaus Ruhrort eröffnet. Die datengesteuerte Klanginstalltation „Klima/Anlage“ ist ein Projekt des Deutschlandradio Kultur in Zusammenarbeit mit Werner Cee, dem Institut für Elektronische Musik und Akustik (iem) Graz und dem Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (citec) der Universität Bielefeld.

Sie will wesentliche Aspekte des Klimas über das Hören erfahrbar machen. Das hat klare Vorteile gegenüber der Aufbereitung mit Schaubildern oder Tabellen: Unser Ohr nimmt Informationen anders auf als unser Auge. Es erkennt feinere Abstufungen, und es erfasst alle Richtungen gleichzeitig. Diese Fähigkeiten nutzen die Ausstellungsmacher, um das hochkomplexe System Klima darzustellen.

Die Klanginstallation arbeitet mit Daten des Max-Planck-Instituts für Meteorologie Hamburg, aufbereitet vom Wegener Center für Klima und globalen Wandel der Universität Graz. Die tatsächlichen Messwerte sind in eine Modellrechnung für die Jahre 1950 bis 2100 eingeflossen. Diesen Zeitraum kann die Installation für zwölf Regionen auf der ganzen Welt durchspielen. Ein Jahr in der Wirklichkeit entspricht dabei sechs Sekunden in der Installation. Die Besucher hören den Wechsel der Jahreszeiten als raschen Puls, klimatische Veränderungen als langsame Entwicklung.

Alle reden übers Wetter. Diese Binsenweisheit scheint im 21. Jahrhundert eine neue Wendung zu nehmen: Alle reden übers Klima. Die Interpretation von Temperatur, Niederschlag, Luftdruck etc. ist zunehmend heiß umkämpft, denn sie berührt ökonomische, soziale und politische Interessen.

Der Klangkünstler Werner Cee, die Sonifikationsforscher Dr. Katharina Vogt (iem Graz) und Dr. Thomas Hermann (CITEC Bielefeld) entwickelten gemeinsam mit der Klangkunst-Redaktion von Deutschlandradio Kultur (Marcus Gammel) einen begehbaren Klangraum.

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