Corona

Corona: Erster Duisburger Limonadenbaum gedeiht in Neudorf

Lina Wirth und Lisa Ulmer (nicht im Bild) hatten die Idee zu Duisburgs erstem Limonadenbaum, frei nach Pippi Langstrumpf.

Lina Wirth und Lisa Ulmer (nicht im Bild) hatten die Idee zu Duisburgs erstem Limonadenbaum, frei nach Pippi Langstrumpf.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Duisburg-Neudorf.  Die Corona-Krise macht Duisburger kreativ. So gedeiht am Ludgeri-Platz neuerdings ein Limonadenbaum. Dahinter steckt eine originelle Spendenidee.

Pippi Langstrumpf lebt – zumindest in den Herzen von Lina Wirth und ihrer Freundin Lisa Ulmer hat Astrid Lindgrens ebenso mutige wie verrückte Heldin einen festen Platz. Aus einem Straßenbaum am Ludgeri-Platz haben sie kurzerhand einen Limonadenbaum gemacht. An dessen Stamm gedeiht freilich nicht nur Orangen-Limo, sondern auch Hundefutter, Nudeln oder Hygieneartikel.

Duisburger Helfer haben sich von Pippi Langstrumpf inspirieren lassen

Als die Corona-Krise ausbrach und viele Duisburger sich überlegten, wie sie Obdachlosen und Bedürftigen helfen könnten, dachte Lina Wirth zunächst an einen Gabenzaun wie es ihn zum Beispiel in der Duisburger Innenstadt bereits gibt. Doch in Neudorf, wo die 23-Jährige für die Freie Evangelische Gemeinde als Gemeindepädagogin arbeitet, war weit und breit kein Zaun in Sicht. Also erinnerten sie und ihre Mitstreiter sich an den Limonadenbaum, den es bei Pippi Langstrumpf gibt. In dem hohlen Baum haben Pippi, Tommy und Annika nicht nur Verstecken gespielt, sondern Limo drin gefunden. Und donnerstags, aber nur am Donnerstag, wuchs sogar Schokolade drin. Annika fragte sich zwar, was wohl mit den leeren Limo-Flaschen passiere, aber darauf wusste Pippi auch keine Antwort.

Die Helfer vom Ludgeri-Platz haben eine: Sie stellten kurzerhand einen Korb für gespendete Pfandflaschen auf. Bedürftige können sich diese herausnehmen, wegbringen und so ein bisschen Geld verdienen. An einer Wäscheleine baumelt ein Tütchen Backpulver, eine Zahnbürste samt Paste. Außerdem hat jemand eine Rolle Klopapier befestigt. Eine Konserve und eine Packung Nudeln kann man sich ebenso mitnehmen. „Ich hab’ schon überlegt, ob man nicht noch eine Gabel dazu packt. Neulich habe ich jemanden gesehen, der sich etwas geholt und drüben auf der Bank direkt gegessen hat“, erzählt Lina Wirth. „Manchmal ist ganz viel dran, manchmal ist der Baum total abgegrast“, hat Frank Hoppe, Betreiber des benachbarten Nudelgartens, beobachtet. „Anfangs hatten wir noch Pfandkisten hier stehen, aber dann haben wir gemerkt, dass einfach alles abgebaut wird, was sich zu Geld machen lässt. Vielleicht war es aber auch einfach ein Missverständnis“, begründet Lina Wirth, warum nun Draht-Körbe aufgestellt wurden.

Spenderin Milena Zimmermann hat eine Kiste mit Kräutern bepflanzt und eine Truhe an den Baum gekettet. „So eine Aktion tut gut in dieser Zeit. Das ist eine schöne Idee“, erklärt sie, warum sie etwas zum Limonadenbaum bringt. Ein anderer Spender hat die Kiste mit dicken Jacken gefüllt. Kinder haben ein paar Kuscheltiere aussortiert. In den vergangenen Tagen hat Nejat Morkan, der am anderen Ende des Ludgeri-Platzes die Pizzeria La Barca betreibt, stets etwas frisches zu Essen bereit gestellt. Zu Weihnachten lädt er traditionell Obdachlose zu einer Pizza ein. Vom Neudorfer Standort sind die Helfer überzeugt. „Das ist in der Nähe vom Hauptbahnhof. Hier erreichen wir genügend Leute.“

Zur Kommunikation trägt so ein Limonadenbaum auch bei. Während Lina Wirth gerade hier und da etwas befestigt und nach dem Rechten schaut, wird sie immer wieder angesprochen. „Tolle Idee“, lobt ein Nachbar – und spendiert ihr spontan ein Eis, weil er selbst von der Aktion so begeistert ist.

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