Mehr Online-Banking, mehr Kunden, mehr Baufinanzierungen – jedoch keine Angabe darüber, wie sich geplante Filialschließungen der Commerzbank auf den Standort Duisburg auswirken werden. Das ist ein Fazit der jüngst veröffentlichten Jahresbilanz des Bankinstituts.

Das Jahr 2020 sei aus Sicht der Verantwortlichen vor allem geprägt durch die Corona-Pandemie. So hat die Commerzbank bundesweit 7,7 Mrd. Euro KfW-Coronakredite bereitgestellt, davon 128 Millionen Euro in der Region Duisburg. Die Pandemie habe auch den Trend zur Digitalisierung beschleunigt. So werden mittlerweile nahezu alle Überweisungen von Firmen-Kunden online abgewickelt, teilt die Commerzbank mit.

Commerzbank in Duisburg: 90.500 Kunden werden betreut

Im Privatkundengeschäft gehe „der Trend eindeutig Richtung Mobile-Banking“, sagt Verena Severin, Niederlassungsleiterin Privat- und Unternehmerkunden in Duisburg. Die Nutzung der Banking-App sei im vergangenen Jahr um 31 Prozent gestiegen. Hinzu kommt: Jeder dritte Neukunde kam 2020 digital zur Commerzbank. „Insgesamt haben wir 2020 in Duisburg netto 1807 neue Kunden gewinnen können. Wir betreuen hier nun insgesamt 90.500 Kunden“, so Severin.

Auch interessant

Ein starkes Wachstum verzeichnete die Commerzbank bei Immobilienfinanzierungen. „Die Corona-Krise hat den Wunsch nach Wohneigentum noch einmal verstärkt. Besonders Immobilien mit Gärten und Balkonen waren gefragt“, sagt Severin. Das Neugeschäft mit Baufinanzierungen stieg in Duisburg um 35 Millionen Euro – das bedeutet ein Wachstum um 23,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Gesamtvolumen liegt damit bei 817 Millionen Euro.

„Strategie 2024“: Auswirkungen für den Standort Duisburg noch unbekannt

Bisher nicht kommuniziert hat die Commerzbank, wie sich die „Strategie 2024“ auf das Filialnetz in Duisburg auswirken wird. Der Vorstand des Bankinstitutes plant, die Zahl der Geschäftsstellen von aktuell 790 auf dann bundesweit 450 Standorte zu verringern.

In den vergangenen Monaten hatte die Bank in Duisburg bereits an Präsenz verloren. Erst zum Ende des vergangenen Jahres hat das Bankinstitut drei Zweigstellen in Duisburg geschlossen. Getroffen hatte es die Standorte Buchholz, Homberg und Walsum. Das Filialnetz der Stadt ist deshalb von sieben auf nur noch vier Geschäftsstellen gesunken.

„Strategie 2024“: Details zur Beratungskompetenz

Die neue Strategie hat eine Kombination von leistungsstarker Direktbank und persönlicher Beratung zum Ziel, so das Institut. Bei den Filialen wird zukünftig in der Kompetenz unterschieden: In den 450 bleibenden Filialen sollen Kunden eine persönliche Beratung zu Angeboten wie Konto, Karte und Ratenkredit erhalten. In 220 dieser Standorte, für Duisburg wohl die Hauptgeschäftsstelle an der Königstraße, soll es Beratungen zum Thema Vermögensanlage und zu komplexen Finanzierungen geben.