Tanzdemo

Buntes Bündnis fordert in Duisburg eine Stadt für alle

In Duisburg fand eine Tanzdemonstration unter Motto "Träume unter Asphalt" mit Musikwagen und Zug durch die Stadt statt.

In Duisburg fand eine Tanzdemonstration unter Motto "Träume unter Asphalt" mit Musikwagen und Zug durch die Stadt statt.

Foto: Jörg Schimmel

Duisburg.   Tanzdemo durch Duisburg schließt die Aktionswoche unter dem Motto „Träume unter Asphalt“ ab. Netzwerk will Initiativen weiterhin unterstützen.

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Als endlich die Technobässe wummern, haben sich am Samstagabend bereits gut 300 Menschen vor dem Duisburger Hauptbahnhof versammelt und ziehen zwischen und neben den geschmückten Musikwagen durch die Stadt. Die Tanzdemo ist der Abschluss einer Aktionswoche, zu dem ein breites, ruhrgebietsweites Bündnis aufgerufen hatte.

Die Demonstranten wollen alle Teilhabe, Partizipation und Solidarität in ihrer Heimat. „Wir fordern ein Recht auf eine Stadt für alle“, sagt Mitorganisatorin Mila Ellee, „wir wollen die Stadt mitgestalten“. Ob in Duisburg, Essen, Bochum oder Dortmund, alle Menschen im Ruhrgebiet sollten an der Stadtentwicklung beteiligt werden – derzeit werde leider zu viel von den Stadtoberen aufgedrückt.

„Träume unter Asphalt" in Duisburg

Die Interessen der Demonstranten sind vielfältig, denn die Teilnehmer stammen aus vielen Initiativen und Vereinen, die sich unter dem Motto „Träume unter Asphalt“ zusammengefunden haben. Beteiligt sind etwa das Netzwerk Recht auf Stadt Ruhr, der AStA der Uni Duisburg-Essen, die Seebrücke und die Bürgerinitiative Alte Feuerwache.

Die Bündnispartner fordern ein soziokulturelles Zentrum in Duisburg und mehr unkommerzielle Kultur. Sie wenden sich gegen Rassismus und Ausgrenzung, kämpfen für bezahlbare Wohnungen. „Viele Probleme hängen zusammen, und deshalb müssen wir die Themen auch zusammen denken“, sagt Alessa Junghänel, AStA-Referentin für Sozialpolitik, und sie freut sich über den bunten Zug, der am Hauptbahnhof beginnt und am Theater und Dellplatz hält, bevor es nach Hochfeld weitergeht.

Teilnehmer bündeln ihre Ressourcen

Dass durch die Aktionswoche kleine Vereine und Gruppen ihre Ressourcen bündeln, damit ihre Anliegen wahrgenommen werden, freut Mitveranstalter Christian Wagemann von der Bürgerinitiative Alte Feuerwache. Er tritt wie die übrigen Teilnehmer für „eine Stadtentwicklung von unten“ ein, die bei dem Engagement in den Quartieren beginnt und dadurch getragen wird. „Duisburg braucht ein soziokulturelles Zentrum, das eint alle, die hier sind“, sagt Matthias Schneider vom Kreisvorstand der Grünen, und auch die Linke und die Piratenpartei unterstützten diese Forderung und laufen mit.

Gemeinsame Ziele

Dass die überparteiliche Demo nicht nur einem Thema gewidmet ist, empfinden viele als ihre Stärke. „Wir haben gemeinsame Ziele und können uns gut zusammentun“, sagt Alessa Junghänel. Tatsächlich verteilen Vertreter vieler Initiativen und Vereine ihre Flyer unter den Demonstranten, die fröhlich zu Elektrobässen durch Duisburg laufen und tanzen, teils in Kostümen und mit Glitzer im Gesicht.

So unterschiedlich die Forderungen auch sind (mehr sozialer Wohnungsbau, dass keine Flüchtlinge mehr im Mittelmeer sterben oder dass der Stadtteil, in dem man wohnt, nicht über Bildungschancen entscheiden sollte), so groß ist auch die Solidarität der Teilnehmer für die Anliegen anderer.

„Wir wollen ein soziokulturelles Zentrum“, sagt Christian Wagemann, aber er sehe auch die Gefahr, dass die Mieten in Duisburg steigen und dass dadurch Menschen aus ihrer Heimat vertrieben werden. „Die Gebag baut Luxuswohnungen in Wedau – mit dem Geld aus Hochfeld.“ Doch Duisburg brauche mehr gemeinnützigen Wohnungsbau.

Unterstützung für Initiativen im Ruhrgebiet

Organisatorin Mila Ellee vom Netzwerk Stadt für alle Ruhr zieht am Sonntagmittag eine positive Bilanz der Aktionswoche. „Gerade in Hochfeld war es ganz super“, an der Pauluskirche endete die Tanzdemo. „Viele Leute sind zu uns auf die Straße gekommen, haben uns gegrüßt und viele Kinder haben mitgetanzt.“ Das Bündnis sieht laut Ellee die Aktionswoche als erfolgreich und will die vernetzten Initiativen auch künftig bei ihrer stadtpolitischen Arbeit unterstützen und ihnen Rückhalt bieten – für ein solidarisches Duisburg und ein solidarisches Revier für alle.

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