Managerboxen

Beim Duisburger Managerboxen gibt es keine blauen Augen

Bitte nicht ins Gesicht: Gerrit schlägt Jens beim Managerboxen der Red Lion Sportakademie in Duisburg nur in die Handschuhe. Hier geht niemand mit einem blauen Auge nach Hause.

Bitte nicht ins Gesicht: Gerrit schlägt Jens beim Managerboxen der Red Lion Sportakademie in Duisburg nur in die Handschuhe. Hier geht niemand mit einem blauen Auge nach Hause.

Foto: Martin Möller

Duisburg.  In der Duisburger Red-Lion-Sportakademie gibt es den Kurs „Managerboxen“. Hier treffen sich Bürohengste – und Landtagsabgeordnete.

Managerboxen. Das ist nicht etwa die Aufforderung, dem Vorgesetzten ein paar Leberhaken zu verpassen, sondern ein ganz besonderer Sportkurs in der Red-Lion-Sportakademie in Großenbaum.

„Hier geht es ums Auspowern, darum, Dampf abzulassen und hin und wieder auch mal um lockeres Sparring“, erklärt Dr. Vanessa Florian, die einen der beiden Managerboxen-Kurse leitet. „Die Teilnehmer sollen am nächsten Tag nicht mit einem blauen Auge im Büro sitzen müssen“, verdeutlicht Florian. Dabei trainieren in dem Kurs am Dienstag nicht bloß Manager, sondern auch Freelancer und sogar eine Politikerin.

Der Spaß steht beim Managerboxen in Duisburg-Großenbaum im Vordergrund

„Es geht um einen Ausgleich zum Berufsalltag, in vielen Jobs sitzen die Leute ja den ganzen Tag vor dem Rechner“, erzählt Akademieleiter Mahmut Kizilaslan, und der muss es wissen. Bevor er 2015 die Akademie in Großenbaum hauptberuflich übernahm, arbeitete er in der Modebranche, eben in einem klassischen Bürojob. So ganz hat er sich von der Mode aber auch heute noch nicht verabschiedet, im Studio gibt es allerhand selbdesignte Kleidung.

In der hauseigenen „Warrior“-Hose leitet auch Vanessa Florian das Kardio-Programm. „Jab Jab, Upper Upper, Hook Hook“, schreit sie in den Raum, und die gut 20 Teilnehmer boxen die Abfolge solange in die Luft, bis das erlösende Piepen erklingt, das die Minutenmarke anzeigt. Danach müssen die Teilnehmer auf der Stelle sprinten und Liegestützen machen, erst dann wird gekickboxt. „Wer die Stunde hier durchhält“, versichert Vanessa Florian, „der ist wirklich fit.“

In Duisburg boxen Schüler Abgeordnete und Bundespolizisten schlagen Freelancer

Nach einem kurzen Reaktionsspiel streifen die Kursteilnehmer dann die Boxhandschuhe über setzten die ersten Schläge. „Aber nur gegen die Handschuhe“, erinnert Florian, und gibt die erste Kombination vor. „Wir legen schon Wert darauf, dass die Bewegungen korrekt ausgeführt werden, auch wenn nicht wirklich gegeneinander geboxt wird“, versichert die Trainerin.

Jab, Punch, Jab, ducken, Hook. Das ist die erste Kombination, und wenn Jens dem 20-jährigen Gerrit in die Handschuhe schlägt, sitzt eine Menge Kraft dahinter. Spätestens jetzt sind auch die letzten T-Shirts komplett durchgeschwitzt, aber genau darum, erklärt der 32-jährige Freelancer Jens, geht es ja auch. „Ich sitze beruflich den ganzen Tag, das Training ist genau das, was ich dann abends brauche.“ Seit anderthalb Jahren ist er schon dabei, „und man merkt unheimlich schnell die Fortschritte“, freut er sich.

Der richtige Ausgleich nach einem langen Bürotag für Abgeordnete Sarah Philipp

Das erste Mal Managerboxen ist es am Dienstag auch für die Duisburger SPD-Landtagsabgeordnete Sarah Philipp. „Ich habe schon vor Längerem davon gelesen“, erinnert sich Philipp, „und hab mir auch schon mehrere Wochen vorgenommen, zu kommen. Wenn ich den ganzen Tag im Büro gesessen habe, ist das genau das, was ich brauche.“ Zusammen mit der 18-jährigen Merle schlägt Sarah Philipp ihre ersten Kombinationen beim Managerboxen – natürlich immer nur in die Handschuhe, auch im Landtag macht sich ein blaues Auge selten gut.

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