Stadtgeschichte

Atze Schröder letzter Stargast in Rhein-Ruhr-Halle in Duisburg

Bald rollt der Bagger nach Hamborn, um die Rhein-Ruhr-Halle abzureißen. Foto: Stephan Eickershoff

Bald rollt der Bagger nach Hamborn, um die Rhein-Ruhr-Halle abzureißen. Foto: Stephan Eickershoff

Foto: WAZ FotoPool

Duisburg.   Wahlkampfveranstaltungen, Sportwettkämpfe, Konzerte und Fernseh-Shows: Die Rhein-Ruhr-Halle in Duisburg-Hamborn war eine echte Mehrzweck-Halle. Nach 35 Jahren hebt sich am 17. März ein letztes Mal der Bühnenvorhang - für Atze Schröder.

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Nach exakt 35,5 Jahren wird die Rhein-Ruhr-Halle in Hamborn geschlossen. Ein letztes Mal hebt sich der Bühnenvorhang am 17. März: Atze Schröder wird noch einmal für ein volles Haus sorgen. Ein paar Tage später feiert Thyssen dort seine Jubilare - dann haben nur noch Handwerker Zutritt. Sie werden alles bewegliche Inventar rausräumen: Ein paar Hundert Stühle und Tische, den Konzert-Flügel, den u.a. Udo Jürgens nutzte, Tausende Meter Kabel, natürlich den weißen Toilettendeckel, auf dem der King of Pop, Michael Jackson, gethront haben soll, und Bühnenmaterial.

Entworfen wurde der „viereckige Kasten“, wie die Halle von manchem verächtlich genannt wird, vom städtischen Hochbauamt. Knapp zwei Jahre dauerte die Bauphase, 18,7 Mio Mark kostete das Gebäude, das rasch in ganz Deutschland bekannt wurde, weil sich dort Stars und Sternchen aus Kultur, Sport und Politik die Klinke in die Hand gaben - oft vor laufender Kamera des öffentlich rechtlichen Rundfunks.

Das Bauwerk hat eine Gesamtfläche von 8400 Quadratmetern mit einer Szenenfläche von 45 x 54 Metern. Als Mehrzweckhalle konzipiert, konnte sie variabel genutzt werden. Als Kongresssaal mit Platz für knapp 1100 Teilnehmer, als Partyfläche, als Messeareal, als Konzertraum mit bis zu 3487 und als Sportstätte mit 4362 Plätzen.

Wie viele Besucher seit der Eröffnung am 1. Oktober 1975 dorthin geströmt waren - man kann es nur schätzen. Es müssen mindestens drei bis dreieinhalb Millionen Gäste gewesen sein, denn selbst in den letzten fünf Jahren, als das Programm schon abgespeckt war, wurden immerhin noch 80.000 bis 100.000 pro Jahr gezählt.

Beliebt war die Halle stets beim Fernsehen: Über 50 Sendungen wurden dort produziert, darunter „Wetten, dass...?“, „Die verflixte 7“, „Melodien für Millionen“ und die ARD-Fernsehlotterie.