Duisburg hat vor 70 Jahren die ersten Parkuhren in Deutschland aufgestellt. Mit dem ersten „Parkraumbewirtschaftungskonzept“ feierte der sogenannte Parkograph laut Stadt hier am 4. Januar 1954 seine Premiere. Duisburg war demnach gleichzeitig die dritte Stadt in Europa, nach Stockholm und Basel, die mithilfe der Geräte gegen die Parkraumnot in der Innenstadt Herr angehen wollte. Wobei damals in Duisburg nur 22.000 Kraftfahrzeuge zugelassen waren. Zum Vergleich: Heute sind es mehr als 300.000.
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20 jeweils 400 D-Mark teure Parkuhren wurden entlang der früheren Haupteinkaufsstraße am Buchenbaum aufgestellt. 10 Pfennig kostete eine Stunde Parken. Ausführlich stellte die Duisburger Presse die Funktionsweise der Parkuhren damals vor: „Den Groschen müssen sie in den Schlitz des Apparates werfen und unverzüglich erscheint unter einer Glasscheibe ein Schild mit dem weißen P auf blauem Untergrund. Ein Uhrwerk dreht die Scheibe nach Minuten...“
Vor 70 Jahren: Duisburg stellte in Deutschland die ersten Parkuhren auf
Ihren Ursprung haben die Parkuhren in den Vereinigten Staaten, genauer gesagt: in Oklahoma City. Dort mussten Autofahrer schon seit den Dreißiger Jahren bezahlen, wenn sie ihr Fahrzeug abstellen wollten. Der Journalist Carlton Cole Magee hatte eine Eieruhr für den Straßenrand erfunden: Sie ließ sich aufziehen, sobald man eine Münze einwarf.
Wurde die Zeit überschritten und das Auto nicht wegbewegt, musste der Besitzer mit einer Geldstrafe rechnen. Oder er fand sein Auto nicht mehr wieder. Denn: Es durfte auch abgeschleppt werden. Das Modell funktionierte. Die Amerikaner nannten die Parkographen liebevoll „Black Marie“, schwarze Marie.

Auf großen Zuspruch stießen sie bei den Duisburgern dagegen nicht. Ganz im Gegenteil: Sie protestierten und schimpften, nannten die Parkuhren „Groschengräber“ und gingen gerichtlich gegen sie vor. Das Argument: Das Kassieren von Parkgebühren verstoße gegen die Straßenverkehrsordnung. Doch ihre Beschwerden waren letztlich nicht erfolgreich. Die Folge: Fälle von Vandalismus an den Parkographen waren keine Seltenheit.
Dabei sollten die Gebühren nach Angaben des damaligen Verkehrsdezernenten Fritz Seydaack zunächst gar nicht als Einnahmequelle für die Stadt dienen, sondern gemeinnützigen Organisationen zugutekommen. Die Stadt entschied sich aber schnell um, löste mit den Parkuhren nicht nur mehr oder weniger das Parkproblem in der City, sondern besserte schließlich damit die eigenen Finanzen auf. Die Parkgebühren wurden nach und nach erhöht.
Originalexemplar einer Parkuhr im Kultur- und Stadthistorischen Museum
Schätzungsweise vor mehr als 30 Jahren wurde die letzte Parkuhr in Duisburg an der Friedrich-Wilhelm-Straße abgebaut und durch Parkscheinautomaten ersetzt. Sie säumen jetzt die Straßen und sorgen nach Angaben der Stadt dafür, dass die wenigen Parkplätze in der Innenstadt oder in den stark frequentierten Außenbezirken nicht mehr von Dauerparkern belegt werden. „Wer suchet, der findet einen Parkplatz“, sagt Stadtsprecher Sebastian Hiedels.
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Längst kann die Parkgebühr auch per Smartphone-App bezahlen werden. Aber wen die Sehnsucht nach den alten „Groschengräbern“ überkommt, kann sich jederzeit ein Originalexemplar in der Ausstellung zur Duisburger Stadtgeschichte im Kultur- und Stadthistorischen Museum ansehen. Weitere Informationen gibt es online auf www.stadtmuseum-duisburg.de. (dwi)



