Paukenschlag im Bewerbungsverfahren zur Ausrichtung der Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft 2027: Wie die Redaktion aus zuverlässiger Quelle erfahren hat, steigt Duisburg als Austragungsort aus.
[Nichts verpassen, was in Duisburg passiert: Hier für den täglichen Duisburg-Newsletter anmelden.]
Doch der Reihe nach: Deutschland will die Frauen-WM 2027 gemeinsam mit Belgien und den Niederlanden ausrichten. Als Austragungsorte hatte sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bereits auf Düsseldorf, Dortmund, Köln und Duisburg festgelegt.
Bewerbung für Fußball-Frauen-WM 2027: Duisburg steigt aus
Doch wie sich wohl erst jetzt herausgestellt hat, kann Duisburg wesentliche Anforderungen, die seitens der Fifa in einem 180 Seiten umfassenden Katalog aufgeführt sind, nicht erfüllen. Das betrifft beispielsweise die geforderten vier Trainingsplätze und die benötigten zwei Standorte für ein Fan-Festival für bis zu 10.000 Besucher.
Auch interessant
Vor allem aber sieht der Anforderungskatalog vor, dass alle Sanierungsmaßnahmen am Stadion bis zum 31. Dezember 2026 abzuschließen sind. Dies sei in Duisburg nicht möglich. Der Grund: Insbesondere das Dach der MSV-Arena ist noch maroder als ursprünglich gedacht (wir berichteten).
Marodes MSV-Dach als größtes Problem
Neben einer Sanierung wird unter anderem eine komplett neue Dachkonstruktion diskutiert. Auch die Videoleinwände und die Beschallungsanlage müssten erneuert werden. Nach Informationen der Redaktion erscheint es sehr wahrscheinlich, dass die notwendigen Maßnahmen frühestens im zweiten Halbjahr 2027 abgeschlossen werden können.
Materialengpässe oder langwierige Ausschreibungs- und Genehmigungsverfahren sollen in dieser Zeitrechnung noch nicht einmal berücksichtigt worden sein.

Die zusätzlich erforderlichen Baumaßnahmen gemäß der deutlich gestiegenen Anforderungen im Vergleich zur Frauen-WM 2011 müssten teilweise parallel ausgeführt werden und könnten dadurch zu weiteren Verzögerungen der „Hauptbaustelle Dach“ führen.
Angst vor möglichen Schadenersatzerforderungen
Die Stadt Duisburg möchte deshalb auch mit Blick auf mögliche Schadenersatzforderungen, falls die Arbeiten nicht rechtzeitig fertig werden, kein Risiko eingehen – und zieht deshalb jetzt die Notbremse.
Nach Informationen der Redaktion ist eine WM-Bewerbung Deutschlands zumindest durch den Duisburger Rückzug insgesamt jedoch nicht gefährdet. Der DFB geht im weiteren Verfahren mit Belgien und den Niederlanden demnach nun nur mit drei statt vier deutschen Austragungsorten ins Rennen.






