Milo zeigt voller Stolz auf ein Foto in seinem Smartphone: „Meine Frau und meine Kinder.“ Ein paar Sekunden später schießen ihm Tränen in die Augen. Zweieinhalb Monate hat er seine Kleinen nicht mehr gesehen, die jüngste ist fünf Monate alt, der ältere fünf Jahre. „Was sie wohl gerade machen?“, fragt sich der 38-Jährige und dreht sich kurz ab. Es ist heiß auf dem Parkplatz im Logport in Duisburg-Rheinhausen. Milo sitzt im Schatten zweier Lkw mit drei anderen mazedonisch-bulgarischen Lkw-Fahrern, die sich gerade auf einem Gaskocher ihr Mittagessen gemacht haben: Toast in Ei gewälzt. Mehr können sie sich nicht leisten. „400 bis 500 Euro“ verdienen sie im Monat an Grundgehalt, erzählen sie. Hinzu kommen Spesen. Der Großteil des Lohnes geht nach Hause, „für die Familie“. Für ein warmes Mittagessen an einem Imbiss in Duisburg reicht es nicht.

„Die Lkw-Fahrer können nichts für die Situation“