Duisburg ist ebenso vielseitig wie seine Bewohner. Je nachdem, aus welcher Perspektive man seine Stadt oder seinen Ortsteil betrachtet, wirkt die Umgebung anders auf einen. Arno Butz und Ralf Lüttman leiten das Atelier „Ruhrkunstort“ in Ruhrort und eröffneten dort am Samstag eine Ausstellung mit dem Titel „Ruhrort fotografiert“. Die Fotografien von sechs Ruhrortern bilden allesamt den Stadtteil ab.
Bei der feierlichen Eröffnung der Ausstellung waren die Organisatoren und Fotografen anwesend, die viel Interessantes über die Entstehung ihrer Bilder zu berichten hatten. Die kunstbegeisterten Besucher lauschten und waren anschließend dazu eingeladen, einige Kleinigkeiten zu essen und zu trinken, während im Hintergrund Live-Musik spielte. Kurz nach siebzehn Uhr tummelten sich dann bereits viele Menschen in dem Atelier und betrachteten genaustens die verschiedenen Bilder.
Sechs Fotografen - sechs Techniken
Heinz Robert Martin, Fritz Hemberger, Horst Bergmann, Aljoscha Dorn, Ralf Lüttman und Thomas Weiss fotografierten allesamt verschiedene Motive im Stadtteil und gebrauchten dazu jeweils andere Techniken. Aljoscha Dorn bastelte sich beispielsweise im letzten Frühjahr eine eigene Lochkamera. Mit dieser fotografierte er seinen Ortsteil. „Eine Eigenschaft von Lochkameras ist es, dass man nicht fokussieren kann, wodurch manche Bilder leicht verschwommen wirken“, erklärt der Fotograf. Zudem sind die Fotografien schwarz-weiß.
Die Bilder von Thomas Weiss sind teilweise 25 Jahre alt. Er legt Wert darauf, Ruhrort im Wandel der Zeiten darzustellen. Seine Fotografien wurden teilweise mit analogen und teilweise mit digitalen Kameras aufgenommen.
Verschwommene Erinnerungen
Besucher Friedrich Marona ist Ruhrorter mit Leib und Seele. „Es freut mich, dass sich jemand um unseren Stadtteil kümmert und dass es hier immer noch so ein reges Fotografenleben gibt“, sagt er. Dann erzählt er von der Geschichte Ruhrorts und der Familie Haniel, bis er anschließend sagt: „Ein Stadtteil kann nur überleben, wenn er sich seiner Geschichte bewusst ist.“ An den Wänden hängen auch viele alte Bilder und besonders die Fotos von Aljoscha Dorn gefallen Marona. „Denn ebenso verschwommen wie diese Fotos ist auch meine Erinnerung an das Ruhrort meiner Kindheit“, sagt er.

Alle Ruhrorter Fotografen sehen den Stadtteil auf ihre eigene Weise und transportieren das auf die Fotos. Ralf Lüttman, einer der Besitzer des Ateliers, freute sich darüber, dass bereits kurz nach der Eröffnung viele Besucher in das kleine aber feine Atelier strömten. „Es ist natürlich toll, dass man noch so viele Menschen mit lokaler Kunst und Fotografie anlocken kann. Überrascht hat mich, dass so viele der Besucher gar nicht aus Ruhrort kommen“, sagte er.
<<< Ausstellung läuft bis 23. November <<<
Interessierte können die Bilder im Atelier „Ruhrkunstort“, Fabrikstraße 23, bis zum 23. November ansehen und dort auch käuflich erwerben.
Im kommenden Jahr wird es voraussichtlich mehrerer solcher Ausstellungen im Ruhrorter Atelier geben, die dann Stadtteil übergreifend sein sollen.


