Die Ansagenstimme Anna hat schon Anfang 2013 in allen Bussen und Bahnen der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) ihre Arbeit aufgenommen – und ihre Vorgängerin Helga komplett abgelöst. Doch einige Fahrgäste und Facebook-User trauern der alten Stimme, die rund 14 Jahre aktiv war, immer noch nach.

Denn hinter Helga verbarg sich eine echte menschliche Stimme, die jede Haltestelle einzeln einsprach. Die Ansagen der roboterhaften Anna hingegen sind eingesprochene Segmente – die dann ein bisschen wie nach dem Baukastenprinzip zusammengesetzt werden.

Anna will ihre Stelle kündigen

Um Helga aber ein letztes Mal zu Wort kommen zu lassen, hat sich einer ihrer Fans einen Spaß erlaubt und eine Sounddatei erstellt, in der Anna ihren Rücktritt ankündigt und Helga noch einmal eine Ansage machen darf. Diese Datei hat die DVG am Mittwochvormittag auf ihrem Facebook-Kanal veröffentlicht.

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Auch wenn es laut dem Post der DVG "leider keine Helga-Rückkehr geben wird", "wollten wir euch die Sounddatei aber nicht vorenthalten, weil wir sie so lustig fanden". Darin gibt die Computer-Stimme von Anna zu, dass es ihr noch an Erfahrung fehle und dass sie deshalb ihre "Stelle als Stationssprecherin kündigen will".

Zudem gesteht Anna ein: "Ich bekomme es nicht hin, beispielsweise die Haltestelle 'Lehmbruck-Museum' anständig auszusprechen beziehungsweise zu betonen." Wie es übrigens der "echten" Helga heute geht, konnte diese Redaktion leider (noch) nicht herausfinden.

Kritik einiger User – die DVG sieht aber Vorteile

Manche Facebook-User schlagen in der Kommentarspalte unterhalb des Posts in dieselbe Kerbe. "Diese zusammengehackten Ansagen sind grausam für die Ohren. Alles, was über zwei Silben hinaus geht, ist der pure Grusel", schreibt zum Beispiel eine Nutzerin. Ein anderer stellt fest: "Ich kenne niemanden, der Anna mag."

Diesen Post veröffentliche die DVG am Mittwoch auf Facebook.
Diesen Post veröffentliche die DVG am Mittwoch auf Facebook.© Screenshot Facebook/DVG

Doch die DVG steht zu Anna, denn für sie hat die digitale Ansage im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin viele Vorteile. "Heute können Ansagen von einem auf den anderen Tag erstellt und auf die Fahrzeuge gebracht werden. Das war mit Helga leider nicht möglich", sagt Kathrin Naß, Sprecherin der DVG.

Helgas Stimme wurde immer in Hamburg aufgenommen

Denn die Aufnahme einer richtigen Stimme sei nicht nur zeit-, sondern auch kostenintensiver. Demnach sei ein "langwieriger Prozess" nötig gewesen, um Helgas Stimme in die Busse und Bahnen zu bekommen.

Die DVG-Sprecherin erklärt: "Die Aufnahmen wurden nach Hamburg in ein Tonstudio geschickt, in dem Helga die Tonaufnahmen eingesprochen hat. Dann wurden die Aufnahmen wieder an die DVG gesendet und mit viel Aufwand auf die Fahrzeuge gebracht." Das sei mit Anna jetzt aber nicht mehr nötig.

Nicht alltägliche Ansagen in anderen Städten

Aber egal, ob Computerstimme oder eingesprochen: Die klassischen Ansagen sind auch im Nahverkehr anderer Städte längst allgegenwärtig. Doch einige Verkehrsverbände verstehen es, sich – wenn auch zum Teil nur zwischenzeitlich – mit weniger alltäglichen Ansagen von der Masse abzuheben.

In Bochum sagte auf der Linie U35 beispielsweise zwischen Ende 2007 und Anfang 2008 die Kabarettistin Esther Münch in ihrer Rolle als Reinigungsfachkraft Waltraud Ehler die Haltestellen an – und zwar im tiefsten Ruhrpottdeutsch. Bamberg wiederum setzt auf die Stimmen von Kindern, die extra für die Ansagen gecastet wurden. Und auch in Dresden haben Ende 2017 zwischenzeitlich Kinder das Ansagenmikrofon in der Straßenbahn übernommen.