Ein Kleinbus von Netze Duisburg, einer Abteilung der örtlichen Stadtwerke, ist mit einem Aufkleber der Modemarke Thor Steinar auf dem Heck umhergefahren. Thor-Steinar-Kleidung gilt als eindeutiges Erkennungsmerkmal von Personen mit rechtsextremer Gesinnung, das Tragen der Marke ist im mecklenburg-vorpommerischen Landtag und in einigen Fußball-Stadien sogar verboten. Ein Passant hatte den Sticker am 13. Juli auf dem Van entdeckt, fotografiert und bei Twitter verbreitet.

Links an der Heckklappe unter dem "Sprinter"-Logo ist - wenn auch sehr klein - der Thor-Steinar-Sticker zu erkennen (d. Red.).

Thomas Kehler, Sprecher der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV), bestätigte am Freitag dieser Redaktion, dass der Vorfall intern eingehend geprüft werde. Ob tatsächlich ein Mitarbeiter der Netze Duisburg GmbH den Sticker angebracht hat oder aber ob sich ein Passant einfach einen schlechten Scherz erlaubt hat, ist derzeit aber völlig offen. Der Aufkleber wurde jedenfalls umgehend entfernt.

Unklar, wie lange der Thor-Steinar-Sticker schon am Bus klebte

Auch wenn viele verschiedene Mitarbeiter die Kleinbusse in stetem, schnellem Wechsel nutzen, könne man laut Kehler zumindest einen bestimmten Personenkreis eingrenzen – und zwar indem man die Dienstpläne derer prüft, die zum Zeitpunkt, als der Twitter-Nutzer den Aufkleber entdeckte, im Einsatz waren. Allerdings: Wie lange der Schriftzug schon auf dem Heck des Vans prangte, ist ebenfalls unklar.

Sollte sich am Ende herausstellen, dass tatsächlich ein Kollege für diesen Fehltritt verantwortlich ist, dürfte dieser mit arbeitsrechtlichen Sanktionen rechnen. In welcher Schärfe? "Das hinge dann auch davon ab, wie sich der Mitarbeiter bisher verhalten hat", sagt Kehler. Außerdem, so der Stadtwerke-Sprecher weiter, würde man gegebenenfalls prüfen, ob juristisch dagegen vorgegangen werden muss.

Sich nämlich vorzustellen, dass jemand aus den eigenen Reihen dem Image seines kommunalen Arbeitgebers mit einer derartigen Aktion erheblich schaden würde: Dazu braucht es nicht viel Fantasie. (maik)