Rund 19 000 Zugewanderte aus Südosteuropa leben in Duisburg, hinzu kommen etwa 3700 Flüchtlinge. Welche Probleme dies im Alltag mit sich bringt und was für eine gute Integration getan werden muss, darüber sprach Integrationsstaatssekretärin Serap Güler nun mit Marijo Terzic vom Kommunalen Integrationszentrum und Dr. Ralf Krumpholz, zuständig für Integration, Sport und Gesundheit.

Duisburg kennt die CDU-Politikerin gut – schließlich begleitete sie erst im März den Bundespräsidenten Steinmeier bei seinem Marxloh-Besuch. „Gerade Duisburg steht vor besonderen Herausforderungen“, erklärt Güler. Die NRW-Landesregierung habe erst vor kurzem dafür gesorgt, dass die Finanzierung der Kommunalen Integrationszentren bis 2022 sicher gestellt ist. Nordrhein-Westfalen ist das einzige Bundesland, in dem es Kommunale Integrationszentren (KI) gibt.

Das KI Duisburg berät beispielsweise Kindergärten, Schulen sowie dort tätige Erzieher und Lehrer, damit zugewanderten Kindern gleiche Bildungschancen haben. Zudem erarbeitet das KI in den nächsten zwei Jahren ein neues gesamtstädtisches Konzept für die Integration von zugewanderten Menschen. „Integration ist eine Querschnittsaufgabe“, betont KI-Leiter Marijo Terzic. Für viele Programme und Projekte sei Geld notwendig, doch oft gehe es auch darum, eine neue Willkommenskultur zu etablieren. „Wir wollen Werte vermitteln, die wichtig für unsere Gesellschaft sind.“ Serap Güler betont, dass dabei nicht die Migranten vergessen werden, die schon seit vielen Jahren in NRW leben. Dies habe sich gerade erst bei den Abstimmungsergebnissen der Türkei-Wahlen gezeigt.

Krankenversicherung großes Thema

„Ein großes Thema ist nach wie vor der Krankenversicherungsschutz. Allerdings muss dies auf europäischer Ebene geregelt werden. Neben der Freizügigkeit müssen auch soziale Fragen erörtert werden“, betont Dezernent Krumpholz. Gemeinsam schauten sie sich deshalb auch noch die Migrantenmedizin der Malteser an. Die Stadt hat zudem eine Clearing-Stelle eingerichtet. Bis Ende April wurden 287 Personen beraten, die meisten kamen aus Rumänien (119) und Bulgarien (107). In 199 Fällen lag zu Beratungsbeginn kein Versichertenstatus vor oder musste überprüft werden. „Der Austausch mit den Herkunftsländern läuft in der Regel ausreichend gut“, sagt Stadtsprecherin Susanne Stölting. „Die meisten Betroffenen leben mittlerweile solange in Deutschland, dass die Fragen im deutschen Sozialversicherungssystem zu klären sind.“