Sehr leise haben die Duisburger Akzente vor zwei Wochen in der Kulturkirche Liebfrauen begonnen. Sie hat den großen Vorzug, in der Mitte der Stadt zu liegen. Mit kleiner Bühne, Sofas und Getränkestand konnte sie ohne großen Aufwand zu einem guten Veranstaltungsort hergerichtet werden. Ein Paukenschlag, der das Publikum aufgerüttelt hätte, war die Eröffnung nicht.

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Überhaupt genießt das traditionsreiche Duisburger Kulturfestival nicht mehr die Beachtung und Anziehungskraft früherer Jahre. Es wird stärker von den örtlichen Kräften getragen, was zumindest den Vorteil hat, stärker aufs Thema eingehen zu können. Das galt auch diesmal für „Nie wieder Krieg?“ Die städtischen Kulturinstitute steuern spannende Vorträge und Lesungen bei, die heimische Szene hat diesmal vor allem mit Tanzproduktionen Zeichen gesetzt, es gab nachdenkliche Konzerte und spannende Begegnungen mit internationalen Theaterkünstlern.

Kluge Strategie des Intendanten

Auf Interesse jenseits der Stadtgrenzen stößt aber nur noch das Theatertreffen, wenn große, renommierte Bühnen zu Gastspielen kommen. Dazu nutzt Schauspiel-Intendant Michael Steindl das Theatertreffen klug als Bühne für Premieren finanziell wenig aufwendiger, aber bemerkenswerter Eigenproduktionen. Mehr ist in einer Stadt ohne eigenes Schauspiel kaum machbar.

Machbar: Das ist das Stichwort, das das Kulturangebot in Duisburg längst prägt. Die ebenso ehrenwerten wie visionären Ansätze der Vergangenheit, die aus vollen Stadtkassen schöpfen konnten, sind einer nüchternen Kulturarbeit gewichen, die weiß, dass diese Stadt für Kultur nicht mehr ausgeben will oder kann. Kulturdezernent Thomas Krützberg arbeitet an verschiedenen Fronten hart daran, bereits Verlorenes wieder aufzubauen und das noch Vorhandene zu sichern. Kein Champagner. Dann eben Köpi.