Brücken-Jubiläum
Die Duisburger Friedrich-Ebert-Brücke wird 60 Jahre alt
Duisburg. Zeitzeuge Reinhard Stratenwerth erzählt die Geschichte seines Vaters, der dank einer List die Brücke überschritt, als diese noch im Bau war.

Herzlichen Glückwunsch. Die Friedrich-Ebert-Brücke zwischen Homberg und Ruhrort wird am 18. Dezember 2014 60 Jahre alt. Zu diesem runden Geburtstag erzählen wir ein wenig aus der Geschichte des Bauwerks, das das links- und rechtsrheinische Duisburg verbindet.© Stephan Eickershoff/WAZFotoPool

Vorweg einige technische Details zur Friedrich-Ebert-Brücke: Exakt 625,80 Meter ist das Bauwerk zwischen den beiden Widerlagern lang.© Ulla Michels/WAZ FotoPool

Die Fahrbahn ist 13 Meter, die beiden Pylone haben jeweils eine Höhe von 33 Metern.© Andreas Mangen/WAZ

Zwischen den beiden Geländern ist der Koloss aus Stahl 24 Meter breit.© Friedhelm Geinowski/WAZFotoPool

Das Bauwerk hat ein Gesamtgewicht von 6920 Tonnen.© Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool

Gekostet hat der Bau damals etwa 19,5 Millionen D-Mark.© Stephan Eickershoff/WAZFotoPool

Die Brücke ist übrigens eine "unechte Hängebrücke".© Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool

Diese besondere Konstruktion gibt es am Rhein nur noch an der Köln-Mülheimer-Brücke und der Brücke in von Mündelheim nach Uerdingen.© Friedhelm Geinowski/WAZ FotoPool

Noch vor der ersten Rheinbrücke, die beide damals noch freien Städte verband. gab es eine Eisenbahnfähre über den Rhein, ein so genanntes Trajekt. Auf diesem Bild ist die Trajekt-Linie von Elten nach Kleve zu sehen, ähnlich dürfte es auch am Rhein zwischen Homberg und Ruhrort ausgesehen haben. Hier setzten die ersten Schiffe 1852 über.© Dieter Roos/Repro Dirk Schuster

Die Arbeiten für die erste Brücke zwischen Homberg und Ruhrort begannen 1904. Die Admiral-Scheer-Brücke wurde 1907 fertiggestellt. Drei Jahre dauerte es bis die Fachwerk-Balkenbrücke fertiggestellt war.© Freundeskreis Historisches Homberg

Zu ihrem markanten Erscheinungsbild gehörten die gemauerten, an Stadttortürme erinnernden Brückentürme, die sich noch heute auf Ruhrorter Seite als Landmarken gen Himmel erheben.© Privat

An diesen Türmen wurde damals ein Brückenzoll erhoben.© Friedhelm Geinowski

Scharf bewacht war die Admiral-Scheer-Brücke im Zweiten Weltkrieg. Als die Alliierten immer näher rückten, wurde sie am 4. März 1945 gesprengt. Das gleiche Schicksal erlitt die Eisenbahnbrücke zwischen Rheinhausen und Hochfeld.© Privat

Pioniere der deutschen Wehrmacht wollten so den Alliierten den Vormarsch über den Rhein erschweren. Nach der Sprengung im März 1945 ragten nur noch die Trümmer der Admiral-Scheer-Brücke in den Himmel – hier der Blick von Ruhrorter Seite.© Freundeskreis Historisches Homberg

Neun Jahre lang blieb den Menschen in Homberg und Ruhrort nur der Weg übers Wasser mit der Fähre.© Privat

1951, sechs Jahre nach Kriegsende, begann dann der Neubau der neuen Friedrich-Ebert-Brücke. Hier einige Aufnahmen vor dem Einswchimmen des letzten Brückenteils im Jahr 1954.© Freundeskreis Historisches Homberg

© Freundeskreis Historisches Homberg

Diese provisorische "Hängebrücke" diente vor der Fertigstellung der Friedrich-Ebert-Brücke als erste Verbindung, die die Bauarbeiter nutzten.© Freundeskreis Historisches Homberg

Kurz vor dem Brückenschluss.© Freundeskreis Historisches Homberg

Am 18. Dezember 1954, nach drei Jahren Bauzeit, wurde die neue Zügelgurtbrücke eröffnet. Benannt wurde sie nach dem ersten Reichspäsidenten der Weimarer Republik.© Privat

Mit der Eröffnung fuhr nicht nur der O-Bus von Moers über Homberg bis Ruhrort, vor der Brücke wurde auch die erste Verkehrsampel in Homberg installiert.© Privat

Im Gegensatz dazu beendete in diesen Tagen das Fährschiff „Rheingold“ seinen Dienst.© Freundeskreis Historisches Homberg

Es war in den Jahren zuvor stets zwischen der Mühlenweide in Ruhrort und dem Rheinpreußenhafen in Homberg hin und her gependelt.© Freundeskreis Historisches Homberg

Diese Aufnahme von der Auffahrt in Ruhrort auf die Friedrich-Ebert-Brücke stammt aus dem Jahr 1956. Damals floss noch sichtbar deutlich weniger Verkehr über die heute so wichtige Ost-West-Verbindung über den Rhein.© Freundeskreis Historisches Homberg

Zur Einweihung der Brücke kam auch Duisburgs OB August Seeling (vorn, 2. von rechts).© Privat

Reinhard Stratenwerth vom Verein Freundeskreis Historisches Homberg, hier mit einer Gedenketafel zur Brückeneinweihung, erinnert sich: „Ich habe mit meinen Eltern und Geschwistern damals auf der Königstraße gewohnt – und zwar im letzten Haus auf der linken Seite, in dem zuvor Pastor Ingenfurth lebte. Mein Bruder Winfried und ich hatten von unserem Zimmer aus einen Logenplatz auf die Bauarbeiten. Es war laut und lärmig."© Freundeskreis Historisches Homberg

"Vom Tag der Brückeneröffnung ist mir vor allem der Fackelzug in Erinnerung geblieben. Von Ruhrort und von Homberg aus machten sich abends Tausende Menschen auf den Weg. Wir trafen uns mit unserer Sportgruppe vom Homberger TV am Hebeturm und gingen auch mit. Treffpunkt der beiden Gruppen war ein weißer Strich, der extra auf die Fahrbahn aufgemalt worden war.© Privat

Eine Luftaufnahme der Brücke aus dem Jahr 1973.© Freundeskreis Historisches Homberg

Dieses Luftbild unseres Fotografen Hans Blossey stammt aus dem Jahr 2006.© Hans Blossey

In die Brückentürme sind inzwischen Praxen und Firmen mit ihren Büros eingezogen.© Friedhelm Geinowski

Sie liegen am Richard-Hindorf-Platz, der nach einem Ruhrorter benannt wurde, der sich als Agrarwissenschaftler um den Sisal-Anbau in der einstigen Kolonie Deutsch-Ostafrika verdient gemacht hatte.© Stephan Eickershoff/WAZFotoPool

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© Friedhelm Geinowski/WAZ FotoPool

Das Gegenstück auf der linken Rheinseite, der alte Hebeturme in Duisburg-Homberg, in dem früher ein Aufzug für Eisenbahnwaggons war.© Denise Ohms

Das Ruhrorter Pendant wurde 1971 wegen angeblicher Baufälligkeit trotz Bürgerprotest abgerissen. Im Homberger Turm lebt und arbeitet heute der Künstler Willi Kissmer. Darunter befinden sich eine Gaststätte und das Bootshaus des Homberger Ruderklubs Germania.© NRZ

Auf der linken Rheinseite führt der Leinpfad von Essenberg auf die Friedrich-Ebert-Brücke.© Tanja/Pickartz/WAZ FotoPool

Auf der rechten Rheinseite lässt es sich von der Mühlenweide bis zur alten Schifferbörse direkt am Wasser flanieren.© Stephan Eickershoff/WAZFotoPool

Ein Blick gen Norden, rechts liegen Laar und das Thyssen-Kraftwerk Hermann Wenzel. Und etwas weiter auch Rotterdam.© Stephan Eickershoff/WAZFotoPool

...links die Rheinwiesen...© Stephan Eickershoff/WAZFotoPool

Gen Süden bleibt der Blick am Wahrzeichen Rheinorange hängen. Hier fließen Rhein und Ruhr zusammen.© WAZFotoPool

...und die Weißen Riesen von Hochheide.© Stephan Eickershoff/WAZFotoPool

Für das Kulturhauptstadtjahr 2010 wurde die ehemalige Speditionsinsel in Ruhrort als "Mercatorinsel" zum spektakulären Veranstaltungsort umgebaut. Die Landzunge am Zusammenfluss von Rhein und Ruhr war lange Umschlagplatz für Kohle, Eisenerz und Schrott.© Stephan Eickershoff/WAZFotoPool

Riesenandrang zur Eröffnung der Akzente...© Friedhelm Geinowski/WAZ FotoPool

...und für ein außergewöhnliches Kunstspektakel.© Friedhelm Geinowski/WAZ FotoPool

Die katalanische Straßentheatergruppe La Fura dels Baus führte hier "Global Rheingold" auf.© Stephan Eickershoff/WAZFotoPool

Seitdem ist die Hanieltreppe auf aber wieder geschlossen. Sehr zum Ärger vielen Bürger.© Stephan Eickershoff/WAZFotoPool

Geöffnet wird das Tor erst wieder, wenn aus der Industriebrache der Mercatorpark geworden ist. Doch bis es so weit ist, dauert es sicher noch lang.© Ulla Michels/WAZ FotoPool

© Stephan Eickershoff/WAZFotoPool

Bei Kilometer 17 des Rhein-Ruhr-Marathons genießen die Läufer die beste Aussicht auf den Rhein.© Tanja Pickartz / WAZ FotoPool

Auch für Segler ist der Rhein ein besonderes Revier.© Paul Schulte/NRZ

Zum Schluss gratulieren wir mit einigen imposanten Aufnahmen zum runden Geburtstag.© Tanja Pickartz / WAZ FotoPool

© Tanja Pickartz / WAZ FotoPool

© Angelika Barth

© NRZPrivat

© imago/Reichwein

Alles Gute und auf die nächsten Jahrzehnte.© Alexandra Umbach



