Advent

Advents-Konzert für die Binnenschiffer in Duisburg

Auf dem Kirchenboot "Johann Hinrich Wichern" spielte unter anderem das Posaunenorchester der ev. Kichengemeinde Duisburg-Budberg.

Auf dem Kirchenboot "Johann Hinrich Wichern" spielte unter anderem das Posaunenorchester der ev. Kichengemeinde Duisburg-Budberg.

Foto: Funke Foto Services

Duisburg.   Die deutsche Seemannsmission und der evangelische Binnenschifferdienst fuhr mit zwei Posaunenchören über die Ruhr.

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Ruhig schaukelt das Kirchenboot „Johann Hinrich Wichern“ am Steiger Schifferbörse gegen zwei Uhr vor sich hin. Kaum Wellengang. Kaum Wind. Angebunden mit einem dicken Seil. Nur ein unterschwelliges Klirren von Besteck schleicht sich langsam aus dem Innenraum des Kahns nach Außen. Mittagspause. Die wohl ruhigsten Minuten. Es gibt Eintopf. Viel Zeit zum Essen bleibt allerdings nicht. „Wir müssen pünktlich ablegen“, schallt es über den Bug.

Am vierten Adventssonntag schippert das Wasserfahrzeug des evangelischen Binnenschifferdienstes und der deutschen Seemannsmission Duisburg nämlich in musikalisch-weihnachtlicher Mission rund sechs Stunden lang über die Ruhr. An Bord: Zwei sich abwechselnde Posaunenchöre. Gitta Samke, Mitarbeiterin der Schiffsseelsorge, erklärt die mobile musikalische Darbietung: „Wir spielen für die Binnenschiffer.“

Schiffsarbeiter an Feiertagen nicht daheim

Stefanie Büscherfeld von Posaunenchor Moers ergänzt: „Viele Schiffsarbeiter kommen auch an den Feiertagen weder nach Hause, noch in die Kirche. Wir versuchen ihnen Musik an Bord zu bringen und so ein wenig festliche Stimmung zu schaffen. Das klappt mit Blasinstrumenten super.“

Von klassischen Stücken wie „Kommet, ihr Hirten“ bis hin zu moderneren Weihnachtshits wie “Jingle Bells“ reicht dabei das Repertoire der ehrenamtlichen Ensembles. Doch das will erst einmal auf See gespielt werden. Büscherfeld erklärt: „Sicher, auf einem Schiff zu spielen verlangt einem schon viel ab. Man muss mit Wind und Wetter kämpfen. Aber wir hören erst auf, wenn uns die Ventile einfrieren“.

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert wird so Festatmosphäre auf dem Fluss geschaffen. „1979 haben wir angefangen“, erinnert sich Schiffsführer Hans Debrassine. Der pensionierte Kapitän steht seit Anfang an hinterm Steuer. Ans Aufhören denkt er nicht. „Es ist einer der Höhepunkte meines Jahres. So verbringe ich meine Rente gern.“

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