Autobahnausbau

A59: Duisburg sollte sich vom Tunnel-Traum verabschieden

Redakteur Christian Schmitt kommentiert den Ausbau der A 59 in Duisburg.

Redakteur Christian Schmitt kommentiert den Ausbau der A 59 in Duisburg.

Foto: Selina Sielaff / funkegrafik nrw

Duisburg.  Duisburg muss sich damit abfinden: ein A59-Ausbau unter der Erde ist politisch nicht gewollt. Die SPD sollte im Wahlkampf andere Themen setzen.

Die A 59 wird in Hochlage ausgebaut – der Antwort des Verkehrsministeriums auf einen erneuten Tunnel-Vorstoß der SPD fehlt nur ein abschließendes „Basta!“. Bestimmt, inzwischen sogar etwas patzig machen die Entscheider in Düsseldorf und Berlin klar, dass sie nicht mehr diskutieren. In Duisburg muss man sich damit abfinden: die Tunnellösung ist politisch nicht gewollt.

A59: Tunnel und Hochtrasse können nicht gleichzeitig geplant werden

Natürlich ist das aus Duisburger Sicht zu bedauern. Der Bundestagsabgeordnete Mahmut Özdemir (SPD) spricht zurecht von einer „historischen Chance“. In Meiderich und Hamborn hätten Stadtteile zusammenwachsen und Räume mit ganz neuer Aufenthaltsqualität entstehen können. Aber eine Wende scheint mit jeder Woche weniger realistisch.

Straßen NRW plant seit Januar nur noch für die Hochtrasse. Zwei Varianten parallel zu planen, ist nach Angaben des Landesbetriebs nicht vorgesehen. Man kann sich außerdem vorstellen, dass dies sehr lange dauern würde. Zu lange, denn es drängt auch die Zeit: die Berliner Brücke ist marode und muss so schnell wie möglich ersetzt werden.

Duisburgs SPD-Politiker sollten sich nicht an geplatzten Träumen festhalten

Die „historische Chance“ ist also verloren gegangen. Das sollte insbesondere Duisburgs SPD jetzt einsehen, und den A59-Ausbau im nahenden Wahlkampf nicht zu sehr in den Fokus rücken. Denn Wähler sind mit realistischen Perspektiven zu gewinnen, nicht mit zwar großen, inzwischen jedoch geplatzten Träumen.

Solche Perspektiven können auch und gerade in Meiderich und Hamborn geschaffen werden. Nicht zuletzt die Umgehungsstraße beziehungsweise das 50-Millionen-Förderpaket „Stark im Norden“ eröffnen neue Gestaltungsspielräume. An beiden Projekten waren SPD-Politiker maßgeblich beteiligt. Daran kann man Stärke demonstrieren, statt auf die „Tunnel-Verhinderer“ der Union zu schimpfen.

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