Berufswahl

1800 junge Duisburger besuchen Berufsfachmesse

Von wegen Männerdomäne: Mit einem Mini-Gabelstabler wirbt die DB Schenker auf der Fachmesse „Vocatium“ um technikaffine Frauen.V.l.: Sophie Söhring, Markus Lanfermann (DB Schenker), Floriane Jäger. Foto:Tanja Pickartz

Von wegen Männerdomäne: Mit einem Mini-Gabelstabler wirbt die DB Schenker auf der Fachmesse „Vocatium“ um technikaffine Frauen.V.l.: Sophie Söhring, Markus Lanfermann (DB Schenker), Floriane Jäger. Foto:Tanja Pickartz

Duisburg.   „Vocatium“ ist erstmals in Duisburg und feiert erfolgreichen Start. Gefragt: Karrieren bei Polizei, Zollamt und als selbstständiger Architekt.

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Nicht jeder kann bei der Polizei oder beim Zoll arbeiten – aber eine ganze Menge junger Duisburger strebt die Beamtenkarriere an. Das zumindest zeigt sich auf der „Vocatium“, die Fachmesse für Ausbildung und Studium. Die Übernahme nach die Ausbildung beim Zollamt „ist garantiert, sagt Pressesprecherin Anja Turloff-Galetzki vom Hauptzollamt, zudem lasse die Beamtenlaufbahn noch Familienplanung und Elternteilzeit zu.

Erste Kontakte zu den Hochschulen

Sicherheit und Familie sind nicht die einzigen Überlegungen, die gut 1800 junge Leute auf der Messe mit rund 50 Unternehmen in der Mercatorhalle umtreiben. Mopuyi Rabi (17) und Daniel Hamburger (18) von der Globus Gesamtschule etwa wollen lieber selbstständig sein und als Architekten arbeiten. „Man kann sich dann aussuchen, mit wem und für welche Projekte man arbeiten will“, haben die beiden sich das gut überlegt und knüpfen am Dienstagmittag erste Kontakte zur Hochschule Bochum, wo sie das Fach studieren wollen.

„Mir gefällt schon mal gut, dass es keinen Numerus Clausus und so viele Möglichkeiten gibt, sich zu spezialisieren“, meint Rabi. Ein zweites As hat Daniel Hamburger sich vorsorglich im Ärmel gelassen: Pädagogik auf Lehramt. „Ich bin eben vielseitig.“

Was diese Messe allerdings für viele Jugendliche interessant macht, ist die niedrige Hürde zu den Unternehmen. Bereits im Vorfeld sind sie vom Veranstalter, dem Institut für Talententwicklung (IfT), an 34 Schulen angesprochen worden. Haben einen Bogen mit vier Gesprächsterminen ausgefüllt, den sie sich am jeweiligen Stand quittieren lassen.

„Die Schüler bereiten sich auf das Gespräch vor, sie haben einen Aufhänger und bei ihrer späteren Bewerbung schon einen Ansprechpartner, den sie nennen können“, sieht Tina Schäfermann, Leiterin des IfT, die Vorteile. Die Unternehmen haben einen ersten konkreten Eindruck von den Bewerbern.

Das Konzept zur Berufsorientierung, das bereits seit zehn Jahren deutschlandweit in vielen Städten existiert, geht offenbar auch in Duisburg auf: „Es war lange fällig, die Messe auch hier zu etablieren“, sagt die Leiterin. Das Einzugsgebiet schließt auch Mülheim und Oberhausen ein.

Allerdings sind aktuell unter den 50 Anbietern hauptsächlich die Stadt und die nationalen Arbeitgeber wie Lidl, DM, Bundeswehr oder Siemens präsent. Kleine und mittelständische Betriebe können sich die vierstellige Summe für den Stand kaum leisten. „Wir arbeiten mit der IHK daran, dass auch das Handwerk künftig präsenter ist“, sagt Schäfermann. Die nächste Duisburger Messe ist bereits geplant für den 18. und 19. Juni 2019.

>>>Messe finanziert sich nur aus Standgebühren

Die „Vocatium“ steht unter der Schirmherrschaft von Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, Landesarbeitsminister Karl-Josef Laumann und Oberbürgermeister Sören Link.

Die Messe finanziert sich ohne Landes- oder Bundeszuschüsse, sondern allein aus den vierstelligen Standgebühren.

Die nächste Messe findet in Krefeld am 9. und 10. Oktober statt, ist aber offen für alle Interessenten aus anderen Städten.

Infos im Internet: www.erfolg-im-beruf.de

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